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Solaranlage: Trotz Energiewende schwere Krise

Jahrelang schienen die Aussichten für die Solarindustrie in Deutschland sonnig. Nicht zuletzt die geplante Energiewende eröffnete Hoffnungsperspektiven. Doch bereits seit längerem hängen dunkle Wolken über der Zukunft der Solaranlage hierzulande. Erst traf es die Hersteller von Photovoltaik-Anlagen, jetzt sind auch die Betreiber von Solarkraftwerken betroffen.


Solaranlage, Energiewende

Internationaler Wettbewerbs- und Kostendruck belastet 

Die Probleme für die Branche kommen aus unterschiedlichen Richtungen. Bei den Photovoltaik-Herstellern machten sich in den vergangen Jahren ungünstige Kostenstrukturen und zunehmender Wettbewerbsdruck - vor allem aus der Volksrepublik China - bemerkbar. Dumping-Preise aus dem Fernen Osten führten dazu, dass etliche Anbieter hierzulande Insolvenz anmelden mussten. Der Rest hält sich dank inzwischen umgesetzter EU-Strafzölle auf Solaranlage-Importe aus China mühsam über Wasser. Das ist ein schwerer Schlag für eine Branche, die weltweit lange als Vorreiter in der Solaranlage-Technologie galt. 

Energiewende: Solarförderung zurückgefahren

Jetzt schlagen die Betreiber von Solarkraftwerken Alarm. Die Errichtung neuer Anlagen in Deutschland sei wirtschaftlich kaum noch zu vertreten, wird moniert. Die Ursache dafür bildet die zurückgefahrene Förderung von Solarstrom. Seit Anfang 2012 sinkt die EEG-Umlage für Solarkraftwerke kontinuierlich - ein Prozess, der sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Mit der restriktiveren Förderung reagierte die Politik auf Überhitzungserscheinungen auf dem Solarmarkt. Dabei stand auch der Gedanke im Hintergrund, den absehbaren weiteren Strompreisanstieg im Zuge der Energiewende zu bremsen. 

Investitionsstopp befürchtet

Nachdem Solarkraftwerke jahrelang als Anlagemodell für geschlossene Fonds mit attraktiven, quasi garantierten Renditen gepriesen worden waren, droht jetzt ein weitgehender Investitionsstopp. Das Paradoxe dabei ist: die Anlagenbetreiber leiden auch unter den Solaranlage-Strafzöllen für China, denn die verteuern ihre Investitionen. Was den Photovoltaik-Herstellern praktisch als Überlebenshilfe dient, verdirbt den Solarkraftwerk-Betreibern die Kalkulation. 

Hoffnung auf Eigenverbrauch

Die Aussichten sind trotz Energiewende also nicht rosig. Manche Solaranlage-Betreiber sehen die Zukunft im wachsenden Eigenverbrauch. Insbesondere in der Industrie werden noch nicht ausgeschöpfte Potentiale vermutet. Mit eigenen Solarkraftwerken in Kooperation mit Solaranlage-Betreibern könnten sich Industrieunternehmen unabhängiger von der Energieversorgung und der Energiepreisentwicklung machen - so die Hoffnung. 

Politik und Energiewende

Die Politik, die bei der Energiewende zusätzlich noch auf Windkraft und Bioenergie setzt, reagiert bisher zurückhaltend auf die Klagerufe. Hier will man erst die weitere Entwicklung abwarten. Eine Rolle spielt dabei auch die noch ausstehende Regierungsbildung.

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