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SolarWorld: Insolvenz vorerst vermieden

Der Bonner Solartechnologie-Konzern Solarworld war lange eine Erfolgsgeschichte. Seit seiner Gründung im Jahre 1998 galt das Unternehmen als Flaggschiff der Photovoltaik-Branche. Dann kam die Krise der Solarbranche, die auch vor SolarWorld nicht Halt machte.


SolarWorld

Zuletzt konnte SolarWorld nur noch mit schlechten Nachrichten wegen einer drohenden Insolvenz aufwarten. Jetzt sollen ein radikaler Schnitt und ein neuer Großinvestor die Insolvenz vermeiden und einen Neuanfang ermöglichen. 

Hauptversammlung stimmt für Sanierung

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung stimmten die Aktionäre einem einschneidenden Sanierungsplan zu, der den Konzern auf eine neue finanzielle Basis stellt. Für Alt-Aktionäre bedeutet dies vor allem Verzicht. Sie behalten nur fünf Prozent ihrer früheren Anteile, das Gros der Aktien entfällt künftig auf die Gläubiger des Konzerns. Sie erhalten Aktien als Ausgleich für einen Schuldenschnitt, bei dem sie auf rd. eine halbe Milliarde Euro ihrer Forderungen verzichten. Aktionäre hatten bereits seit Längerem keine Freude mehr an der SolarWorld-Aktie. Lag der Kurs Anfang 2010 noch über 16 Euro pro Aktie, bewegt er sich aktuell noch bei etwa 50 Cent. 

Frisches Kapital aus Qatar verhindert Insolvenz

Die Aktienreduzierung trifft auch den Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzenden Frank Asbeck. Durch eine erneute Kapitaleinlage in Höhe von 10 Mio. Euro aus Privatvermögen behält er aber mit einem  21 Prozent-Anteil seinen Einfluss bei SolarWorld. Manche kritisieren dabei den von Asbeck zu zahlenden Preis als zu niedrig. Frisches Kapital kommt aus dem arabischen Raum. Das Unternehmen Qatar Solar beteiligt sich mit 35 Mio. Euro oder einem Anteil von rd. 29 Prozent an SolarWorld. Die Aktien für Qatar Solar kommen dabei aus dem Gläubigerbestand. 

Insolvenz vermeiden: Sanierungskonzept ausreichend?

Mit den jetzigen Beschlüssen der Hauptversammlung wurden zunächst die finanziellen Strukturen von SolarWorld auf eine neue Grundlage gestellt. Die Insolvenz konnte dadurch zunächst vermieden werden. Dies reicht aber alleine nicht aus. Sehr viel wird darauf ankommen, ob sich das Photovoltaik-Geschäft wieder erholt. SolarWorld hatte wie andere Solarunternehmen auch unter der Einschränkung der staatlichen Photovoltaik-Förderung und Dumping-Preisen aus China zu leiden. Zumindest im Hinblick auf die chinesische Konkurrenz erhofft man sich Entlastung durch Einfuhrbeschränkungen auf EU-Ebene und durch freiwillige Selbstverpflichtungen der Chinesen. Ob das für die Verhinderung der Insolvenz auf Dauer ausreicht, bleibt abzuwarten.

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