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Starker Euro - schwache Bilanz

Gute Nachrichten haben oft eine Kehrseite. Das gilt auch in Bezug auf den Euro. Der verzeichnete in den letzten Wochen und Monaten eine erstaunliche Aufwärtsentwicklung im Vergleich zum Dollar. Vor noch nicht allzu langer Zeit war das angesichts der Krise im Euro-Raum kaum für möglich gehalten worden. Etlichen DAX-Unternehmen verhagelt das allerdings jetzt die Bilanz.


Euro

Ernst & Young-Studie 

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young. Im dritten Quartal erlitten die DAX-Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr Umsatzverluste und Ertragseinbußen. Die Umsätze gingen um 1,6 Prozent auf 289 Milliarden Euro zurück, der operative Gewinn sank noch stärker um 7 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro. 

Währungseffekte belasten die Bilanz 

Die Berater von Ernst & Young machen vor allem Währungseffekte für diese Entwicklung verantwortlich. Ohne den starken Euro hätten nur acht Unternehmen Umsatzeinbußen verzeichnet, tatsächlich waren das doppelt so viele. Bei einer harten Währung sehen viele Experten schwächere Exportchancen und Belastungen für die Konjunktur voraus. Viele Unternehmen seien bei ihren Kalkulationen von einem schwachen Euro ausgegangen und wurden jetzt überrascht. 

Sondereinflüsse wirken mit 

Allerdings ist die europäische Währung nicht alleine verantwortlich. Auch unternehmensspezifische und andere Einflüsse kommen hinzu. So wurde das Gesamtergebnis aller DAX-Konzerne durch einen besonders hohen Abschreibungsbedarf bei der Telekom, einen markanten Gewinneinbruch bei E.on und höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung im dritten Quartal belastet. Auch diese Faktoren erklären die etwas schlechtere Quartals-Bilanz. 

Solide Bilanz 

Trotz der vordergründig etwas ungünstigeren Entwicklung sieht die Studie keinen Anlass für größere Sorgen. Im Grunde sei die Bilanz der DAX-Konzerne sehr solide. Ohne den Währungseffekt wäre der Umsatz deutlich gestiegen. Wenn man die FuE-Investitionen berücksichtige, gelte dies umso mehr. 

Beschäftigung auf hohem Niveau

Die Sparbemühungen vieler DAX-Konzerne haben neben der starken Nachfrage aus China und Nordamerika zu der insgesamt positiven Situation beigetragen. Die Beschäftigung sei trotzdem im Schnitt um 1,2 Prozent auf 3,5 Mio. Mitarbeiter gestiegen. Auch hier gebe es je nach Unternehmen sehr unterschiedliche Entwicklungen. 

Dauerhafter Trend?

Ob es bei dem starken Euro bleibt, wird die Zukunft zeigen. Nach der jüngsten Leitzins-Senkung schwächelt die europäische Währung wieder etwas. Auf die nächste Quartals-Bilanz dürfte mit Spannung gewartet werden.

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