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Steuern: Google-Aufsichtsratchef zahlt mehr als das Unternehmen

Eric Schmidt, Chefaufseher bei Google, sucht nach einem Haus in London. Dabei wird Schmidts neues Domizil in einer Preisklasse liegen, in der Schmidt Steuern in der gleichen Höhe entrichten muss, wie Google in den letzten Jahren durchschnittlich in Großbritannien gezahlt hat.


Steuern

Auf der Suche nach einem Haus in London zeigt sich Google-Aufsichtsratchef Eric Schmidt überraschend anspruchslos. Das neue Heim muss weder einen Pool noch fünf Garagen vorweisen. Das gab der mit der Suche betraute Immobilienmakler gegenüber der „Financial Times“ an. Wichtig scheint Schmidt dabei zu sein, dass sich sein neuer Wohnsitz in einem Stadtteil wie Holland Park oder Chelsea befindet, die zu den höherpreisigen Gebieten Londons zählen. Zu dem sollte das neue Domizil auch möglichst wenig Arbeit machen.

Schmidt hat für sein neues Heim rund 30 Millionen Pfund, das entspricht in etwa 34,8 Millionen Euro, eingeplant. Bei einem Kauf in dieser Höhe werden rund 2,1 Millionen Pfund an Steuern auf Schmidt zukommen. Für die Sanierung des britischen Staatshaushaltes wurde die Abgabe für Häuser, deren Kaufpreis über zwei Millionen Pfund liegt, im vergangenen Jahr von fünf auf sieben Prozent des Kaufpreises erhöht.

Steuern sparen: Google darin ein Meister

Schmidt wird damit für sein zukünftiges Heim in etwa in der gleichen Höhe Steuern entrichten müssen, wie Google in den vergangenen Jahren durchschnittlich an Steuern in Großbritannien zahlen musste. Sollte der Preis des Hauses sich noch erhöhen, zahlt Schmidt sogar noch mehr.

Google versteht es wie kaum ein anderes Unternehmen, die legalen Schlupflöcher für die Vermeidung von Steuern zu nutzen. Der Internetriese hat in der Zeit von 2006 bis 2011 rund 12 Milliarden Pfund Umsatz gemacht. Insgesamt hat das Unternehmen dafür aber lediglich 10,6 Millionen Pfund an Unternehmenssteuer entrichtet. Durchschnittlich etwa 2,1 Millionen Pfund jährlich.

Durch das Anwenden der legalen Steuertricks kassierte Google derart harsche Kritik, dass Schmidt selbst sich genötigt sah, die Verteidigung des Unternehmens in die Hand zu nehmen. Nicht zuletzt würde Google mit dem geplanten Hauptquartier im Stadtteil Kings Cross das Wirtschaftswachstum Großbritanniens ankurbeln.

Der Kauf eines Hauses in England kann daher als ein weiteres Bekenntnis zu dem Königreich gewertet werden. Jedoch dürfte es Schmidt schwerfallen, die Steuern für sein Eigenheim in gleichem Maße zu drücken. 


 
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