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Tagesgeldkonto macht kaum noch Sinn

Sparer stehen regelmäßig vor der Frage, wie sie ihr Geld gewinnbringend anlegen können. Mit der unkomplizierten Einrichtung und der simplen Funktionsweise gehört das Tagesgeldkonto nach wie vor zu den bevorzugten Anlageformen der Deutschen. Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen lohnt sich ein genauerer Blick auf diese Form des Sparens.


Eine beliebte Sparmethode

Bei der Auswahl der Anlageform legen Sparer in der Regel großen Wert auf die Sicherheit der Einlage, die Verfügbarkeit des Ersparten sowie hohe Zinsen. Ob Tagesgeldkonto oder Sparbuch - risikolose Sparmethoden erfreuen sich vor allem in schwierigen Zeiten großer Beliebtheit. Ersteres erlaubt den flexiblen Zugriff auf den vorhandenen Geldbetrag, während die Entnahmen bei Sparbüchern einem monatlichen Höchstbetrag unterliegen. Viele Sparer tendieren somit zum Tagesgeldkonto.

Wichtige Einflussfaktoren

Wie jede andere Geldanlage unterliegt auch das Tagesgeldkonto äußeren Einflüssen. Zu ihnen gehören:

Niedrige Zinsen

Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ist ausschlaggebend für die Höhe der Zinsen, die der Anleger von der Bank erhält. Bei Tagesgeldkonten ist der durchschnittliche Zinswert höher als bei Sparbüchern. Aktuell liegt die Verzinsung von Tagesgeldkonten allerdings nur bei durchschnittlich 0,01 % p.a. - und ist somit kaum nennenswert.

Versteckte Negativzinsen

Negativzinsen sorgten in den vergangenen Jahren wiederholt für Diskussionen. Angesichts empörter Anleger gehen viele Banken mittlerweile dazu über, ihre Negativzinsen zu verschleiern. Eine Taktik, die von vielen Sparern nicht erkannt wird.

Beispiel: Eine Bank verzinst das Tagesgeldkonto mit 0,01 % p.a. und verlangt für die Führung des Anlagenkontos eine monatliche Gebühr von 1,90 Euro. Bei einem Kontostand von 50.000 Euro beträgt der jährliche Zinsertrag somit 5 Euro und die Kosten für die Kontoführungsgebühren 22,80 Euro pro Jahr. Der Sparbetrag verringert sich - trotz scheinbar positiver Zinsen - auf 49.982,20 Euro.

Verlust der Kaufkraft

Die Inflation schmälert die Rendite von Tagesgeldkonten zusätzlich. Sie beträgt aktuell durchschnittlich 1,4 % pro Jahr und braucht die Zinsen von 0,01 % p.a. für die Einlage auf dem Tagesgeldkonto auf. Diese müssten mindestens 1,4 % betragen, um die Preissteigerung im Zuge der Inflation abfangen zu können beziehungsweise eine Rendite zu generieren.

Irreführende Lockangebote der Banken

Viele Geldinstitute werben mit scheinbar attraktiven Zinsen von bis zu 1 % p.a. für ein Tagesgeldkonto. Bei diesen Angeboten handelt es sich in der Regel um temporäre Aktionen, die der Neukundengewinnung dienen und nicht selten spezielle Anforderungen an die Einlagenhöhe stellen. Nach Ablauf der Aktion fällt der Zins auf die durchschnittliche Höhe von 0,01 % p.a. - oft in Begleitung von monatlichen Kontoführungsgebühren.

Lohnen sich Tagesgeldkonten unter keinen Umständen?

Diese Frage kann mit einem Jein beantwortet werden. Wer das Tagesgeldkonto ausschließlich als "Sammelort" für sein Geld betrachtet, ist mit dieser Anlageform gut beraten. Eine kaputte Waschmaschine, eine wichtige Autoreparatur - ein Tagesgeldkonto erlaubt den ständigen, unbegrenzten Zugriff auf das Ersparte und eignet sich somit zum Anhäufen einer eisernen Reserve für Notfälle. Zu diesem Zweck ist die Sparmethode - gebührenfreie Führung des Kontos vorausgesetzt - gut geeignet. Für Anleger, die Wert auf eine spürbare Vermehrung ihres Geldes legen, lohnt sich ein Tagesgeldkonto hingegen nicht.


 
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