20:11

Von Investment-Legenden lernen

Auf dem Investment-Sektor braucht es viel mehr als nur ein paar schicksalhafte Wendungen, um steinreich zu werden. Die ganz Großen unter den erfolgreichen Spekulanten besitzen einen äußerst feinen Riecher für finanzstarke Geschäfte und entwickelten ihre eigenen Taktiken, um die Gewinne zu mehren. Sich an ihnen zu orientieren, verbessert die Chancen, selbst guten Profit einzufahren.


Unsere modernen Aktienmärkte sind ein Produkt des auslaufenden 19. Jahrhunderts, die New Yorker Wall Street galt in jenen alten Zeiten als geradezu mystischer Ort. Der große Boom zog sich bis in die 60er Jahren des 20. Jahrhunderts: Im Rückblick betrachtet, stammen auch die meisten berühmten Investment-Legenden aus jenen fernen Jahren, die zur Grundlage unserer aktuellen weltweiten Finanzmärkte wurden. 

Benjamin Graham erfand das profitable "Value Investment"

Benjamin Graham, der seine Hochzeiten in den 30er und 40er Jahren feierte, gilt beispielsweise als der Erfinder des "Value Investments". Der US-Amerikaner führte geradezu meisterhafte Aktienanalysen durch, indem er jede Firma bis ins letzte Detail unter die Lupe nahm. Im Gedächtnis geblieben ist vor allem seine brillante Analyse des Pipeline-Konzerns Northern Pipe Line Co., das er als deutlich unterbewertet einordnete. Also kaufte er zahlreiche Aktien für 65 Dollar an, die er wenige Jahre später für beinahe den doppelten Preis wieder veräußerte. Diese Anekdote zeigt deutlich, wie wichtig es ist, im Investment-Bereich sehr genau hinzusehen und nicht einfach nur blind mit dem Strom zu schwimmen. 

Howard Hughes setzte in Las Vegas die Mafia schachmatt

Howard Hughes hingegen brachte es zu Weltruhm, weil er in Sachen Las Vegas eine einzigartige Voraussicht erwies: Er sorgte als einer der ersten Investoren dafür, dass die Mafia an Einfluss verlor, und befriedete so einen großen Teil der Wüstenstadt - und zugleich natürlich auch die Casinos. Das war in den 60er Jahren, einer wichtigen Umschwungszeit für Las Vegas, das sich allmählich vom finsteren Gangsterloch zur Glamour-Metropole entwickelte. Hughes, der aufgrund eines gewaltigen Erbes bereits ein gutes Finanzpolster im Rücken hatte, erwarb drei eigene Spielbanken und verwandelte sie in wahre Geldmaschinen. Eine dieser Übernahmen stelle einen reinen Luxuskauf dar: Der Investor eignete sich das Silver Slipper an, weil dessen Leuchtreklame ihn in seinem Schlafgemach störte. 

Warren Buffet brachte es in der Aktienanalyse zur Meisterschaft

Auch der Name Warren Buffet geistert noch weiterhin durch die Finanzwelt, denn der 1930 geborene Unternehmer und Großinvestor gilt noch heute als einer der reichsten Männer dieser Erde. Als junger Mann ging er durch die Schmiede des Finanzgroßmeisters Benjamin Graham, der ihn an der Universität auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften unterrichtete. Sein Grundprinzip: Mit kühlem Kopf beobachten, sehr genau hinschauen, analysieren, sich ganz viel Zeit nehmen - und dann zuschlagen. Buffet brachte es zur Meisterschaft in Sachen "Value Investment", unterbewertete Aktien verspeist er sozusagen zum Frühstück. 

George Soros brachte das britische Pfund ins Schwanken

Dieser US-amerikanische Investor und Fonds-Betreuer stammt ursprünglich aus Ungarn, doch auf der anderen Seite des Atlantiks kam er erst richtig zur Entfaltung. Sein Ruf lässt sich durchaus als gemischt bezeichnen, doch seine strategische Ader und der unbeirrbare Geschäftssinn sind kaum zu verleugnen. Auch Soros erweist sich als gelehriger Schüler der Finanz-Koryphäe Benjamin Graham, er gründete den weltberühmten Hedgefonds Quantum Funds, der 1992 das damals überbewertete britische Pfund durch gezielte Großverkäufe ins Schwanken brachte. Daraus folgte eine Abwertung der bekannten Weltwährung - und ein Reingewinn für Soros, der laut Hörensagen in die Milliarden ging. Auch heute noch, im strammen Alter von fast 90 Jahren, lenkt die Investment-Legende ein Stück weit die Weltgeschicke, während die Geldquellen nur so strömen. 

Jens Erhardt investiert, wenn alle anderen noch schlafen

Zum Schluss noch ein kurzer Blick nach Deutschland, zu Jens Erhardt, der die Fondsgesellschaft DJE Kapital AG gründete und ausschließlich auf seine eigene Intuition setzt. Seine Investitionen nimmt er antizyklisch vor, denn wenn sich eine richtig positive Stimmung auf dem Aktienmarkt breitmacht, ist nach seiner Meinung die geschäftsträchtigste Phase bereits vorüber. Also gilt es, schneller zu sein als alle anderen, und dafür die Spürnase Tag und Nacht aktiv zu halten. In der Zeitschrift "Finanzwoche" veröffentlicht Erhardt seit mehr als 40 Jahren seine prominenten Börsenbriefe, die schon manchen Anfänger auf die Sprünge halfen - und auch die alten Hasen durchaus noch bereichern können. 

Das Erfolgsrezept: Know-how gepaart mit Talent

Diese fünf Männer haben sich sicherlich nicht nur den Titel "Investment-Legende" verdient, sie lassen sich auch ganz ohne Zweifel als wahre "Börsen-Gurus" bezeichnen. Schließlich versuchen Tausende Menschen auf der ganzen Welt, ihnen nachzustreben und sich auf diese Weise ebenfalls einen beachtlichen finanziellen Reichtum zu sichern. Nicht jedem gelingt es: Das zeigt deutlich, dass erfolgreiches Investment nur zum Teil erlernbar ist. Der Rest scheint einfach am ganz besonderen Talent zu liegen.


 
Kostenloses Kennenlernen
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und bin mit Dieser einverstanden.
Jetzt Kontakt aufnehmen
Herzlich Willkommen Video | Honorar für Beratung
Schnellzugang Geldanlage

28.04.2018 - Märkte
Der Euro nach dem Franken Schock Die Auswirkungen werden wir noch lange spüren, so die Honorar-Finanzanlagenberaterin Claudia Bischof.
27.04.2018 - Märkte
Schweizer Notenbankentscheidung und die Folgen Der unabhängige Finanzberater Hans-Jürgen Reich berichtet.
23.04.2018 - Märkte
Die Börse und wie alles begann 1409 entstand im flämischen Brügge die erste Börse, so der Honorar-Finanz-anlagenberater Volker Hildebrand.
Alle Honorarberater