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Was können gekündigte Bausparer tun?

Vor allem langjährige Bausparer erhalten von ihren Kassen zunehmend viele Kündigungsschreiben; Ursache sind die anhaltend niedrigen Zinsen. Die Bausparkassen wollen in erster Linie die Kunden mit hochverzinsten Verträgen loswerden. Der folgende Beitrag beschreibt die Einzelheiten.


Bausparer

Die aktuelle Lage

Bausparer erhalten in diesen Tagen unangenehme Post von ihren Kassen; die etwa 80.000 Bausparkassen-Briefe haben alle den gleichen Inhalt - die Kündigung. Es geht dabei vorrangig um zuteilungsreife Verträge, bei denen seit über zehn Jahren kein Kredit angefordert wurde. Die Kassen begründen die Kündigung damit, dass Bausparer diese Vereinbarungen nicht zum Immobilienerwerb, sondern als gut verzinste Sparanlage nutzen. Grundsätzlich müssen Bausparkunden die Kündigungen nicht klaglos akzeptieren, es gibt Fälle, bei denen Widerspruch sinnvoll erscheint.

Warum betreffen die Kündigungen nur langjährige Bausparer?

Der Grund ist einfach erklärt und ausschließlich finanzieller Natur. Die Bausparkunden mit alten Verträgen werden aufgrund der damals gegebenen höheren Verzinsung schlicht zu teuer. Die Situation der Bausparkassen ähnelt der in der Lebensversicherung, niedrige Zinsen lassen die einst gemachten Versprechen zur Lüge werden. Zum Vergleich:

  • Ein Bausparer erhielt in den 90er-Jahren noch vier Prozent auf sein angespartes Kapital.
  • Wer heute einen Bausparvertrag abschließt, muss sich mit durchschnittlich 0,25 Prozent begnügen.

Das angesparte Geld der Bausparkunden wird zum Problem für die Kassen, denn sie müssen in risikoarme Finanzanlagen investieren, und erwirtschaften damit kaum noch nennenswerte Erträge. Dabei erweisen sich insbesondere die Altverträge als Herausforderungen, bei diesen liegen die versprochenen Zinsen erheblich über den derzeit zu erwirtschaftenden Kapitalmarkteinnahmen. 

Welche Bausparer sind von der Kündigungswelle betroffen?

Vor allem Kunden, die das mit dem Vertrag verbundene Darlehen länger ungenutzt lassen und deren Bausparsumme bereits erheblich überschritten ist, müssen mit Anbieterpost rechnen. Dies steht im erheblichen Widerspruch zu den Branchenaussagen in der letzten Finanzkrise. Damals wurden auch Bausparer akzeptiert, bei denen die eigenen vier Wände nicht die treibende Kraft zu einem Vertrag waren.

Was gekündigte Bausparkunden in Einzelfällen dagegen unternehmen können, lässt sich kaum pauschal beantworten. Die komplexe Materie erfordert Beratung von unabhängiger Seite.


 
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