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Wie funktioniert der Devisenhandel?

Mit einem Tagesumsatz bis zu fünf Billionen Dollar gilt der Devisenmarkt als weltweit größter Finanzmarkt. Kauf und Verkauf von Währungen als Kassa- oder Termingeschäft - darum geht es beim Devisenhandel. Er findet überwiegend unter institutionellen Marktteilnehmern statt.


Vom Börsenparkett verabschiedet hat sich der Devisenhandel schon lange. Die früher existierenden Handelsräume zum Austausch von Währungen sind Geschichte. In Deutschland wurde die physische Devisenbörse am 31. Dezember 1998 parallel zur Euro-Buchgeld-Einführung geschlossen. Der Handel findet heute fast ausschließlich elektronisch über Handelsplattformen, zum Teil auch telefonisch statt. Marktteilnehmer sind in erster Linie Banken, daneben große Unternehmen, professionelle Devisenhändler und Zentralbanken. Aber auch Privatleute können über Forex-Broker partizipieren. Forex steht dabei für den englischen Begriff Foreign Exchange Market. 

Devisenhandel - auch private Akteure können mitmischen 

Bei Devisenkassageschäften werden Währungstransaktionen de facto zeitgleich zum Geschäftsabschluss realisiert. Bei Devisentermingeschäften liegt zwischen Geschäftsabschluss und Transaktion ein längerer Zeitraum. Weitere Formen sind Devisenswap- und Devisenoptionsgeschäfte. Die mit Abstand wichtigste Tauschwährung ist der US-Dollar, gefolgt von Euro, Japanischem Yen und Britischem Pfund. Am häufigsten werden die Währungspaare US-Dollar/Euro, US-Dollar/Yen und US-Dollar/Britisches Pfund gehandelt. "Neulinge" im Währungshandel sind Kryptowährungen wie Bitcoin & Co. Obwohl es sich nicht um gesetzliche Zahlungsmittel handelt, haben sich dafür inzwischen zahlreiche Marktplätze etabliert. 

Für Privatleute war der Devisenhandel lange verschlossen. Es bestand im Prinzip nur die Möglichkeit, über Wertpapiergeschäfte in fremden Währungen von Wechselkursveränderungen zu profitieren. Heute gibt es eine große Bandbreite an Instrumenten, die für private Akteure zugänglich sind - unter anderem Währungszertifikate oder Währungs-Optionsscheine. Forex-Broker bieten für Devisenspekulationen bevorzugt CFD's an. CFD ist das Kürzel für Contract for Difference. Dabei handelt es sich um eine besondere Form von Derivaten mit einem starken Hebel-Effekt. Mit CFD's kann man auf steigende wie auf fallende Kurse setzen. Dabei haben selbst kleine Kursveränderungen große Auswirkungen, was Chancen und Risiken gleichermaßen erhöht. 

Geschäfte mit Wettcharakter 

Der private Devisenhandel ist fast immer spekulativ ausgerichtet, während professionelle Devisengeschäfte häufig auch der Absicherung dienen. Seit dem Ende des Bretton-Woods-Systems in den 1970er Jahren floaten die wichtigsten Währungen mehr oder weniger frei. Dabei gibt es erhebliche Kursschwankungen. Viele Faktoren beeinflussen die Wechselkurse - die Geldpolitik der Zentralbanken, die Zinsen, die Konjunktur, aber auch politische Ereignisse und Entscheidungen. Wechselkursprognosen sind eine Kunst für sich und selbst Experten liegen häufig daneben. Das macht den Devisenhandel für private Akteure sehr oft zu einer Art Glückswette - ein Spiel, auf das man sich nur dann einlassen sollte, wenn man es sich leisten kann.


 
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