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Windkraft: Betreiber Windreich meldet Insolvenz an.

Die Energiewende wird von dicht aufeinanderfolgenden Pleitewellen begleitet. Zuerst traf es die Solarmodul-Hersteller, jetzt ist die Windkraft an der Reihe. Der Windparkbetreiber Windreich wurde von seinem Chef höchstpersönlich in die Insolvenz geschickt.


Windkraft

Schulden in dreistelliger Millionenhöhe ließen dem Windkraft-Unternehmen keine andere Wahl

Das Unternehmen Windreich wurde im Jahr 1999 gegründet und beschäftigte sich mit dem Bau, der Finanzierung und dem Vertrieb von Windkraft-Anlagen sowohl an Land als auch auf dem Meer. Das damals Erfolg versprechende Unternehmen operierte vor allem vor den Küsten der Nord- und Ostsee und sicherte sich dort Flächen für große Windparks. Die finanziellen Probleme der Firma Windreich begannen schon 2011, zu dieser Zeit beliefen sich die Verbindlichkeiten des Windkraft-Vermarkters bereits auf über 400 Millionen Euro.

Die Projekte und Windparks ließen sich nicht im gewünschten Tempo verkaufen, in der Klemme verkaufte der damalige Windreich-Chef Balz als Alleinaktionär die Windkraft-Anlagen einfach an sich selbst beziehungsweise an eine ihm gehörende Gesellschaft. Warnungen von Fachleuten hat er in den Wind geschlagen. Geplant war ein Verkauf der Windräder an eine Versicherung, allerdings seien für die WKA nach Aussage des EX-Chefs Balz bislang keine Gelder geflossen. Die indirekt zu der Windreich AG gehörende Gesellschaft schuldet dem Unternehmen über 100 Millionen Euro, dazu kommen noch weitere Millionen für eine gegenüber der Hausbank Sarasin abgegebene Bürgschaft.

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Windkraft-Konzern

Schon im März hatte der Staatsanwalt Ermittlungen gegen Balz und weitere Vorstände aufgenommen. Bilanzmanipulation und der Verdacht auf Insolvenzverschleppung sind die Hauptgründe der Ermittlungen, darüber hinaus hat die Staatsanwaltschaft den Verdacht, dass die Windkraft-Anlagen nicht zu marktüblichen Konditionen veräußert worden sind. Der Ex-Boss von Windreich bestreitet die Verdächtigungen ausdrücklich, er habe alles gegeben und werde die Konsequenzen mit Anstand tragen, meinte Balz. Der ehemalige Unternehmenschef hatte bis zuletzt darauf gehofft, sich durch den teilweisen Verkauf des Offshorewindparks MEG I aus der finanziellen Zwickmühle zu befreien. 120 dringend benötigte Millionen sollten den Weiterbestand des Unternehmens sichern.

Was aus dem Deal geworden ist, war von Balz nicht zu erfahren. Mit dem Erlös der Windkraft-Anlagen bei der Insel Borkum wollte Balz auch die Verbindlichkeiten gegenüber der Hausbank Sarasin regeln. Zahlreiche Käufer der Windreich-Anleihen haben darüber hinaus das Schweizer Bankinstitut Sarasin wegen schlechter Beratung bezüglich der Windreich-Projekte verklagt. Durch das Insolvenzverfahren in eigener Regie hat das Unternehmen Windreich jetzt drei Monate Zeit zur Sanierung.

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