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Worauf Banken bei der Kreditvergabe achten

Wer einen Kredit aufnehmen möchte muss bestimmte Kriterien erfüllen, bevor die Bank den gewünschten Betrag verleiht. Die meisten Vorgaben sind bei allen Finanzinstituten ähnlich, aber es gibt Ausnahmen. Lesen Sie worauf Banken Wert legen und was es bei der Kreditvergabe zu beachten gilt.


Volljährigkeit und ein deutscher Wohnsitz sind für alle seriösen Kreditangebote in Deutschland obligatorisch, aber ob und vor Allem zu welchen Konditionen Verbraucher einen Kredit erhalten hängt in erster Linie von der Bonität ab. Aus dem lateinischen (bonitas = Vortrefflichkeit) übersetzt, beschreibt dieser Begriff im Finanz-Kontext die wahrscheinliche Zahlungsfähigkeit einer Person und damit deren Kreditwürdigkeit.

Um sich ein möglichst genaues Bild von Kreditnehmern zu machen, legen Banken auf die folgenden Bereiche ein besonderes Augenmerk:

Einkommen

Ein geregeltes Einkommen ist für Banken sehr wichtig bei der Kreditvergabe, da sie so sicherstellen, dass die monatlichen Raten auch gezahlt werden können. Nur wer regelmäßige Einkünfte in ausreichender Höhe nachweisen kann erhält einen Kredit von der Bank.

Angestellte müssen dafür in der Regel die Gehaltsnachweise der letzten drei Monate einreichen. Selbstständige und Freiberufler müssen bei der Kreditvergabe häufig ausführlichere Nachweise erbringen. Denn im Gegensatz zu Angestellten verfügen sie häufig nicht über ein regelmäßiges Einkommen, da dieses bei Selbstständigen oft von der Auftragslage abhängig ist. Banken verlangen deshalb in den meisten Fällen betriebswirtschaftliche Auswertungen, Kontoauszüge, Einnahmen- / Überschussrechnungen oder eine Verlust- und Gewinnrechnung.

Künftige Kreditnehmer im Rentenalter benötigen für ihren Kreditantrag üblicherweise nur ihre Rentenbescheide als Einkommensnachweis. Obwohl ein geregelter Geldeingang sichergestellt ist, legen manche Finanzinstitute eine Altersbegrenzung bei Krediten fest. Dies hängt mit dem erhöhten Ausfallrisiko zusammen, das mit zunehmendem Alter steigt. Diese Vorgaben sind aber von Bank zu Bank unterschiedlich.

Schufa-Scoring

Die Bonitätsprüfung bei einer Auskunftei wie der Schufa ist für fast alle deutschen Banken vor der Kreditvergabe obligatorisch. Um gute Kreditkonditionen zu erhalten ist ein positiver Schufa-Score maßgeblich.

Dieser setzt sich aus Informationen zusammen, die die Schufa aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen zusammenträgt. Das sind unter anderem Informationen zu Krediten, Bankverbindungen, Kundenkonten bei Versandhäusern und Online-Shops sowie Mobilfunkverträgen. Anhand der gesammelten Daten und Erfahrungswerte ermittelt die Schufa den sogenannten Score, der aussagen soll, wie wahrscheinlich es ist, dass der Verbraucher auch in Zukunft pünktlich und vollständig seine Rechnungen begleichen kann.

Am aussagekräftigsten ist hierbei das Zahlverhalten in der Vergangenheit, eine einmalig nicht beglichene Rechnung führt noch nicht zu einem negativen Score - ein gerichtlicher Mahnbescheid allerdings schon. Auch ein Inkasso-Verfahren oder die Privatinsolvenz wirken sich negativ auf den Schufa-Score aus. Neben der Schufa gibt es in Deutschland auch noch weitere Auskunfteien wie Crifbrügel oder Boniversum.

Sicherheiten

In der Regel reicht das Einkommen als Sicherheit für Banken aus. Kreditnehmer können aber noch weitere Sicherheiten einbringen, was sich gegebenenfalls auch auf den Zins auswirken kann. Hier lässt sich zwischen Personen- oder Sachsicherheiten unterscheiden.

Bei einer Personensicherheit bürgt beispielsweise eine Person, wie etwa der Ehepartner, für die aufgenommene Kreditsumme des Darlehensnehmers. Die häufigste Form dieser Sicherheit ist die Bürgschaft. Bürgen kann prinzipiell jeder Mensch im geschäftsfähigen Alter, jedoch muss die Bank diesen als solchen akzeptieren.

Die zweite Form ist die Sach- oder Realsicherheit, bei der Wertgegenstände den Kredit absichern. Das können Immobilien sein, in Form einer Hypothek oder Grundschuld, aber auch Sachwerte, die mit dem Kredit selbst finanziert werden, beispielsweise beim Autokredit. Hier hinterlegen Kreditnehmer oft die Zulassungsbescheinigung II oder eine Kopie davon bei der Bank.

Diese zusätzliche Sicherheit für die Bank bei solchen zweckgebundenen Darlehen hat auch Vorteile für den Kreditnehmer. Denn in der Regel sinkt durch die erhöhte Sicherheit das Ausfallrisiko und damit der Zins.

Eigenkapital

Bei hohen Kreditsummen, wie etwa bei Immobilienkrediten, ist es üblich, dass der Darlehensnehmer eigenes Kapital mit in die Finanzierung einbringt. Doch zwingend ist es nicht. Es gibt auch Banken, die bei Immobilienkrediten Vollfinanzierungen anbieten. In den meisten Fällen liegen die Eigenkapitalquoten um die zehn oder 20 Prozent.

Mehr oder weniger ist aber je nach Bank auch möglich. Eigenkaptal kann beispielsweise Barvermögen sein oder Einlagen auf Spar-, Tages-, oder Festgeldkonten. Was tatsächlich als Eigenkapital gewertet wird, kann zwischen den Kreditgebern stark variieren. Das sollten Kreditnehmer stets im Einzelfall prüfen.


 
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