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Zinsdebakel bei deutschen Staatsanleihen

Deutsche Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit rentierten vor Kurzem erstmals unter einem Prozent. Das Zinsdebakel hat in erster Linie besorgniserregende Konsequenzen für die Altersvorsorge und Sparkonten der deutschen Verbraucher. Die Lebens- und Rentenversicherungen stehen erneut auf dem Prüfstand.


Staatsanleihen

Die Gründe für das Zinsdebakel 

Anleger, die der deutschen Regierung fortan Geld leihen möchten, bekommen seit einigen Tagen auf Staatsanleihen weniger als ein Prozent Zinsen pro Jahr. Auch wenn sie auf das Investment verzichten, spüren sie die Auswirkungen der Notierung bald bei ihrem Tagesgeld und der Lebensversicherung. Den Hintergrund für das Zinsdebakel bei Staatsanleihen bildete das deutsche Bruttoinlandsprodukt, welches schlechter als erwartet ausfiel.

Das BIP verdeutlichte einen Rückgang der heimischen Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent. Die Gründe dafür liegen wiederum in den EU-Sanktionen gegen Russland anlässlich der Ukrainekrise. Deutschland leidet unter dem daraus resultierenden Exportrückgang nach Osten mehr als andere Nationen der Euro-Zone.

Doch nahm das Zinsdebakel der Staatsanleihen bereits zum Jahresanfang Gestalt an - zur Jahreswende rentierten die Schuldverschreibungen noch bei zwei Prozent. In den folgenden sieben Monaten hat sich der Zinssatz um 50 Prozent verringert.

Die Konsequenzen

Das Zinsdebakel der deutschen Staatsanleihen zieht auch die Zinsen bei Tagesgeldkonten in den Keller. Aktuell erhalten Sparer für diese Geldanlage gerade einmal 0,5 Prozent, selbst bei der niedrigen Inflation ein Verlustgeschäft. Treibende Kraft ist in erster Linie die Europäische Zentralbank (EZB), die mit historisch niedrigem Leitzins dem Zinsverfall in vielen Bereichen Vorschub leistet.

Wesentlich schlimmer sind die Auswirkungen der niedrigen Zinsen auf die Altersvorsorge. Das Zinsdebakel bei den Staatsanleihen bringt die Garantiezinsen der Lebensversicherer ins Wackeln. Sie sind aufgrund der Sicherheit von Staatsanleihen stark in diesem Segment investiert. Ähnlich ist die Situation auch bei den Betriebsrenten. Die dort auflaufenden Gelder sind gleich diversifiziert angelegt wie die der Lebensversicherer. Auch hier führen niedrige Zinsen zu Deckungslücken. 

Private Sparer, die von der Vorsorge motiviert sind, müssen angesichts der niedrigen Zinsen entweder ihr Sparvolumen oder ihre Risikobereitschaft signifikant steigern. 

 

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