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Zinsen weiterhin niedrig: Sparkassen mit Problemen

Auch in der Welt der Sparkassen ist die Niedrigzinsphase zu spüren. Solange die Zinsen niedrig bleiben, sind die Institute zum Sparen gezwungen. Doch in der Realität sind die Kunden die wahren Verlierer.


Sparkassen

Weil die Zinsen niedrig sind, müssen die Sparkassen den Gürtel enger schnallen

Die 418 Institute haben derzeit ein gemeinsames Problem, ihre Erträge schmelzen dahin wie der Schnee in der Frühlingssonne. Zum einen sind die Zinsen extrem niedrig und inzwischen auf historischem Tief, zum anderen kämpfen sie mit der Bürokratie aus Brüssel. Das war nicht immer so, die Sparkassen wurden von den Kunden wegen ihrer regionalen Verbundenheit geschätzt. Da sie in der Vergangenheit gut verdienten, sponserten sie gerne regionale Events. Der neue Zwang zum Sparen ist den Sparkassen noch fremd, auf den ersten Blick scheint die Sparkassenwelt auch noch in Ordnung zu sein. Obwohl Mitbewerber wie beispielsweise Direktbanken bessere Konditionen offerieren, verdienten die Institute mit dem roten S 2012 etwa 4,7 Milliarden Euro.

Da die Sparkassen bei der Kundschaft als grundsolide gelten, vertrauen ihnen die Kunden gerne ihre Einlagen an. Bevor die Zinsen niedrig wurden, erwirtschafteten sie durch Kreditvergabe oder Wertpapieranlagen deutlich mehr, als sie den Kunden für ihre Einlagen bezahlen mussten. Gerade die Krisenjahre verstärkte die Zuneigung der Sparer zu den Kassen deutlich. Doch haben sich die Aussichten für die 418 Institute erheblich verschlechtert, da die Zinsen niedrig bleiben und die Bürokratie aus Brüssel das Geschäftsmodell zusehends einschränkt.

Die sicheren Anlagemodelle der Kassen funktionieren nicht, solange die Zinsen niedrig bleiben

Die Ursache des Übels ist in den niedrigen Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu finden. Diese machen den traditionell auf Sicherheit bauenden Instituten das Geldverdienen schwer. Da bei sicheren Investitionen die Zinsen niedrig ausfallen, wären sie zu riskanteren Anlageformen gezwungen, welche sich nicht mit dem Image der Sparkassen vereinbaren lassen. Der Zinsüberschuss aller Kassen ist im letzten Jahr schon deutlich gesunken, doch erwarten die Institute für die kommenden Jahre noch markantere Einschränkungen.

Das die Zinsen so niedrig ausfallen hat jedoch für einige Sparkassen auch sehr positive Begleiterscheinungen. Sie profitieren von der zunehmenden Neigung ihrer Kunden zum Eigenheim. Die verstärkte Kauflust ist durch die Tatsache generiert worden, das auch in diesem Segment die Zinsen niedrig sind und die Hauskäufer sich zunehmend für die grundsoliden Sparkassen in der Baufinanzierung entscheiden.

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