Wissenschaftliches Investieren, nur Fakten zählen: Emotionen und Ego beiseite

Immer noch folgen viele Anleger dem Rat von "Börsengurus", Finanzvertrieblern und anderen "Anlageexperten", die außergewöhnliche Renditen versprechen und vermeintliche Geheimtipps geben.


Wissenschaftliches Investieren

Wissenschaftliches Investieren ist dagegen weniger verbreitet, obwohl es auf Dauer die wesentlich bessere und nachhaltigere Strategie bietet. Dabei hat die moderne Finanztheorie hilfreiche Erkenntnisse geliefert. Den Anfang machte die von Harry Markowitz nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte Portfolio-Theorie.

Portfoliotheorie - Basis für wissenschaftliches Investieren 

Der amerikanische Ökonom konnte in den 1950er Jahren nachweisen, dass die Mischung von Risiken in einem Wertpapier-Portfolio die überlegene Vorgehensweise gegenüber Einzelinvestments ist, weil dadurch das Verhältnis von Rendite und Risiko verbessert werden kann. Es ist daher immer erfolgversprechender, mehrere Papiere zu kaufen, als auf Einzelwerte zu setzen. 

CAPM und Effizienzmarkt-Hypothese

War die Portfolio-Theorie noch auf wissenschaftliches Investieren auf der Ebene des einzelnen Anlegers ausgerichtet, nutzte man die Erkenntnisse über den Zusammenhang von Rendite und Risiko später auch für die Erklärung ganzer Finanzmärkte. Zwei Ansätze bedeuteten dabei entscheidende Fortschritte: 

  • das Capital Asset Pricing Model - kurz CAPM - von William Sharpe, John Lintner und Jan Mossin, und
  • die Effizienzmarkt-Hypothese von Eugen F. Fama. 

Das CAPM wendet die Portfolio-Theorie auf die Preisbildung auf Finanzmärkten an. In dem Modell hängt der marktkonforme Wert eines Wertpapiers von dem sogenannten Beta-Faktor ab, der den Risikozusammenhang zwischen dem jeweils betrachteten Wertpapier und dem Marktrisiko beschreibt.

Das CAPM unterscheidet darüber hinaus zwischen dem systematischen und dem unsystematischen Risiko. Nur das systematische Risiko lässt sich nicht durch Portfolio-Bildung wegdiversifizieren, deshalb zahlt der Markt hierfür eine Risikoprämie. 

Die Effizienzmarkt-Hypothese von Fama steht mit dem CAPM in logischem Zusammenhang. Sowohl die Fama-Hypothese wie das CAPM gehen von voll funktionsfähigen Finanzmärkten aus, die alle verfügbaren Informationen sofort in der Kursbildung verarbeiten. Famas Hypothese ist, dass es unter diesen Gegebenheiten nicht möglich ist, mit einer Investmentstrategie auf Dauer den Markt zu schlagen. Es sind immer nur die Renditen erzielbar, die unter Berücksichtigung des systematischen Risikos marktkonform sind.

Später hat Fama das CAPM noch verfeinert. In seinem Drei-Faktoren-Modell spielen auch die Unternehmensgröße und das Kurs-Buchwert-Verhältnis eine Rolle bei der Bewertung. 

Ansatz für unabhängige Finanzberatung 

Mit diesen Erkenntnissen ist ein ausgefeiltes Instrumentarium für wissenschaftliches Investieren verfügbar. Dies steht natürlich im Gegensatz zur noch weit verbreiteten klassischen Bank- und Produktberatung der Provisionsfinanzberater.

Unabhängige Finanzberatung nutzt dagegen wissenschaftliches Investieren. Auf dieser Basis werden Vermögensstrategien entwickelt, die an der individuellen Risikoeinstellung ausgerichtet sind und die indivuelle Lebensplanung langfristig sichern.


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