Der dümmste Grund, eine Aktie zu kaufen, ....

...sind steigende Preise. Diese Regel gilt nicht in jedem Fall, allerdings markieren die Aktienkurse immer neue Rekordwerte. Die Unsicherheiten steigen, Anleger sollten Vorsicht walten lassen.


Mit 13.000 Punkten durchbrach der deutsche Leitindex DAX zuletzt eine Schallmauer, steht damit allerdings nicht alleine da. Auch die Preise für US-Aktien befinden sich in einer Rallye - und das nun schon seit neun Jahren. Dafür dürfte nicht zuletzt die Geldpolitik der relevanten Notenbanken verantwortlich sein. Deren weiteres Vorgehen wird somit die Aktienmärkte direkt beeinflussen.

Expansive Notenbankpolitik treibt Kurse in die Höhe

Die aktuelle Blasenbildung an den Finanzmärkten Europas sei der von den Notenbanken praktizierten expansiven Geldpolitik geschuldet, in diesem Punkt sind sich große Teile der deutschen Finanzbranche einig. Bleiben die Zentralbanken auf ihrem eingeschlagenen Weg, könnten weitere Rekorde fallen. Sollte sich eine Trendwende abzeichnen, ist Vorsicht geboten. Aber auch die politischen Risiken sorgen für Sorgenfalten bei den Entscheidungsträgern, was die Aktienkurse jedoch nicht am Steigen hindert. Offensichtlich lassen sich die Anleger nicht die Freude am Investieren verderben, obwohl Warren Buffett auch für Situationen wie die aktuelle einen kernigen Spruch auf Lager hat. 

Trotzdem kann es durchaus sinnvoll sein, auf eine steigende Aktie zu setzen - der Kursanstieg sollte jedoch nicht das Zünglein an der Waage sein. Wichtiger sind demnach die Bewertungen: Sind diese nämlich angesichts der Erwartungen für das jeweilige Geschäftsmodell, für die Bilanzstruktur und damit im Verhältnis zur Attraktivität eines Wertes zu niedrig, eröffnet sich ein weiteres Anstiegspotenzial - und eine interessante Renditechance, auch wenn die Aktie bereits steigt.

Privatanleger neigen zu zyklischem Handeln

Ebenso zutreffend ist eine weitere Beobachtung von Buffett, der Privatanleger verstärkt bei steigenden Kursen investieren und bei fallenden Kursen verkaufen sieht. Das ist riskant, sollte die eigentliche Party schon gelaufen sein und eine Korrektur drohen.

Dieser Zeitpunkt ist naturgemäß schwer vorherzusehen, verursachen selbst sich abzeichnende Crashs doch immer wieder Schockmomente. Das Timing ist also wichtig, das Risiko, auf einem Höchststand einzusteigen und von Rücksetzern erwischt zu werden, besteht immer. Nicht umsonst locken insbesondere in hohen Risikoklassen lukrative Renditen, die unter dem Strich einen Ausgleich zur Gefahr eines Verlustes darstellen.

Die größte Bedrohung für den Aktienmarkt dürfte derzeit der Entzug von Liquidität sein: Drehen die Notenbanken schrittweise den Geldhahn zu, indem sie die Anleihekaufprogramme zurückfahren, dürften die Unternehmenswerte ebenso reagieren wie die Anleiherenditen. Derzeit profitieren die Aktienkurse davon, dass viele Unternehmen verstärkt ihre Anteile zurückkaufen. Dazu sind sie nicht nur angesichts der hohen Börsengewinne in der Lage, sondern auch wegen der nachhaltig niedrigen Zinsen.

Um nicht durch zyklisches Handeln Fehler zu begehen, sollten Privatanleger verschiedene Strategien berücksichtigen, wie etwa den schrittweisen Einstieg in Aktien, die regelmässige Adjustierung des Depots und die Einhaltung eines disziplinierten Anlagekonzepts. Dabei kann die Begleitung durch einen unabhängigen, börsenerfahrenen Berater sehr helfen. 


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