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Bauzinsen steigen weiter

Jahrelang kannten die Bauzinsen nur den Weg nach unten. Im April dieses Jahres erreichten sie historische Tiefststände. Durchschnittlich lagen bei Darlehen mit fünfjähriger Zinsbindung die Zinssätze nur noch bei 1,6 %, bei zehnjähriger Zinsbindung war der Tiefpunkt bei 2 % erreicht. Seitdem steigen die Bauzinsen wieder - allerdings in moderatem Umfang.


Bauzinsen

Kapitalmarkt rechnet mit höheren Zinsen

Der Zinsanstieg korrespondiert mit der Entwicklung der Renditen bei langfristigen Anleihen. Auch sie bewegen sich seit einigen Monaten nach oben. Der Anstieg hängt mit den Erwartungen am Kapitalmarkt über die weitere Geld- und Zinspolitik wichtiger Zentralbanken zusammen. Zwar hatte EZB-Chef Draghi angekündigt, die Leitzinsen im Euro-Raum weiterhin auf dem Niedrigniveau von 0,5 % oder sogar darunter halten zu wollen, von der US-Notenbank kommen aber widersprüchliche Signale. Obwohl die Fed nach wie vor ihre lockere Geldpolitik fortsetzt, steht die Aussage von Notenbankchef Bernanke im Raum, bei sich mehrenden Anzeichen für einen dauerhaften US-Aufschwung zu einer restriktiveren Geldpolitik zurückzukehren. Das treibt die Zinsen vor allem am langen Ende nach oben, der niedrige EZB-Leitzins wirkt dagegen eher kurzfristig. 

Baukonjunktur hält unvermindert an 

Die Baukonjunktur in Deutschland hat das bisher nicht gebremst. Die Zahl der Baugenehmigungen hat im zweiten Quartal dieses Jahres nochmal zugelegt und befindet sich 7,0 % über dem Vorjahresniveau. Die gute Beschäftigungssituation, wachsende Einkommen und positive wirtschaftliche Aussichten bilden ein solides Fundament für die Baunachfrage. Dies gilt insbesondere für Ballungs- und Wachstumsregionen. In anderen Gebieten sieht die Entwicklung dagegen differenziert aus. Die fortgesetzt starke Baunachfrage bildet einen weiteren Erklärungsansatz für den Anstieg der Bauzinsen.

Günstige Bauzinsen langfristig sichern

Mit etwa 0,5 Prozent bewegt sich der Zinsanstieg bei Baudarlehen noch in einem engen Rahmen. Eine Baufinanzierung ist weiterhin sehr günstig, und trotz gestiegener Immobilienpreise bleibt der Erwerb von Wohneigentum im Schnitt erschwinglich. Kurzfristig wird nicht mit deutlich höheren Zinsen gerechnet, allerdings sind auch Zinssenkungen unwahrscheinlich. Bauherren sollten sich aber auf längere Sicht auf steigende Bauzinsen einrichten. Für anstehende Immobilienfinanzierungen heißt dies, sich die immer noch niedrigen Zinsen über möglichst lange Zinsbindungszeiträume zu sichern. Bei künftig zu vereinbarenden  Anschlussfinanzierungen empfiehlt es sich, jetzt über Forward-Vereinbarungen nachzudenken. Damit können die heute niedrigen Bauzinsen bereits für die künftige Anschlussfinanzierung festgelegt werden.

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