Grunderwerbsteuer, das unbekannte Wesen

Grunderwerbsteuer wird beim Kauf einer Immobilie immer fällig. Die Höhe der Abgabe ist in Deutschland nicht überall gleich, da sie von den Ländern festgelegt wird. Einer Umfrage zufolge kennt jeder zweite Immobilieninteressent den für ihn gültigen Prozentsatz nicht.


Grunderwerbsteuer

Weitverbreitete Unwissenheit

Im Januar dieses Jahres änderten mehrere Länder die Höhe der Grunderwerbsteuer, in Hessen sind beispielsweise fortan sechs statt fünf Prozent fällig. Auch in anderen Bundesländern gab es zum Teil ganz erhebliche Veränderungen.

Eine bundesweit durchgeführte Umfrage unter Immobilieninteressenten zu dem Thema "Höhe der Grunderwerbsteuer" kam zu deutlichen und überraschenden Ergebnissen. Demnach ist diese Steuer und die gravierenden Auswirkungen vielfach noch nicht in den Köpfen der Zielgruppe angekommen:

  • Einundfünfzig Prozent der Befragten konnten zu der Höhe der Grunderwerbsteuer in ihrem Bundesland keine Angaben machen.
  • Weitere siebenundzwanzig Prozent konnten die Prozentzahl nur grob einschätzen.
  • Für mehr als zwanzig Prozent ist die Grunderwerbsteuer im wahrsten Sinn des Wortes ein unbekanntes Wesen.

Die Ergebnisse sind angesichts des aktuellen Immobilienbooms kaum zu glauben, denn der Kauf einer Wohnung oder eines Eigenheim wird derzeit bei vielen Familien überlegt. Wenn die Verbraucher bereits zu Beginn der Planungen eine wichtige Position vergessen, sind die eigenen vier Wände auf Sand gebaut.

Kein geringer Betrag

In Deutschland nimmt die Grunderwerbsteuer bundeslandabhängig zwischen 3,5 und 6,5 Prozent der Kaufsumme für eine Immobilie ein. Wie das folgende Beispiel zeigt, ist die daraus resultierende Summe keinesfalls gering und sollte bei der Kalkulation nicht übergangen werden:

  • Wer in Sachsen oder Bayern eine Immobilie im Wert von 250.000 Euro erwirbt, wird mit 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer belastet. Seine Rechnung beträgt demzufolge 8.750 Euro.
  • Wird die gleiche Immobilie in Schleswig Holstein gekauft, werden 6,5 Prozent fällig. Die Forderung des Finanzamtes beläuft sich dort auf 16.250 Euro.

Das Beispiel zeigt, dass es sich bei der Grunderwerbsteuer nicht um wenig Geld dreht. Doch sind diese Beträge nur ein Teil der Kosten, die auf angehende Hauskäufer zukommen. Sehr wichtig ist dabei, dass diese Kosten aus Eigenmitteln bezahlt werden müssen. Banken finanzieren normalerweise nur den reinen Immobilienwert, nicht aber Nebenkosten und Steuern.

Umfassend informieren

Für angehende Käufer von Wohneigentum ist es unverzichtbar, sich vor dem Erwerb ausgiebig mit allen anfallenden Kosten zu beschäftigen. Die Vernachlässigung der sogenannten Nebenkosten kann schnell zu unangenehmen Engpässen führen, umfassende Beratung durch unabhängige Experten ist zu empfehlen. Dennoch sind Grunderwerbsteuer und Notarkosten keine Beträge, an denen der Traum vom Eigenheim scheitern muss.

Die Entscheidung zu den eigenen vier Wänden wird vielmehr von der persönlichen Lebenssituation und den damit verbundenen Zielen beflügelt. Der Wunsch nach Familie und Kindern ist in den Menschen tief verwurzelt und sollte nicht durch Gebühren und Steuern zu stark beeinflusst sein.


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