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bAV: Die Betriebsrente ist unsicher

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) steht auf wackeligen Beinen. Das ergab sich aus einer aktuellen Befragung der dreißig führenden Unternehmen Deutschlands. Jeder dritte Konzern musste daher die Zusagen an seine Belegschaft reduzieren.


Betriebsrente

Viel Menschen rechneten mit ihrer Betriebsrente.

Der schon lange zur Realität gewordenen Zweiklassenmedizin folgt mit hoher Wahrscheinlichkeit jetzt eine Zweiklassenrentenversorgung. Viele Arbeitnehmer glaubten sich durch die Betriebsrente besser für das Alter geschützt und wurden durch die jüngsten Bekanntmachungen der Konzerne bezüglich der bAV herb enttäuscht. Darüber hinaus erfahren jüngere Mitarbeiter eine deutliche Verschlechterung gegenüber den Älteren bei der Betriebsrente, dies zeigt sich insbesondere bei niedrigeren Leistungen und höherer Risikobelastung.

Die Konzerne wie etwa Daimler versuchen diese Tatsachen mit salbungsvollen Worten zu mildern, konkrete Stellungnahmen sind jedoch bislang nicht zu erhalten. Die von der "Welt am Sonntag" durchgeführte Befragung bestätigte den negativen Trend bei der betrieblichen Altersvorsorge. Von den 30 befragten Konzernen nahmen 25 Unternehmen Stellung zu der Umfrage. Alle 25 Konzerne bieten ihren Mitarbeitern eine durch den Arbeitgeber finanzierte Betriebsrente und klagen über die gleichen Probleme mit dieser. Als sehr problematisch zeigen sich derzeit die immer mehr steigenden Lebenserwartungen der Mitarbeiter und das sich als dauerhaft darstellende niedrige Zinsniveau bei Geldanlagen an den Kapitalmärkten. Durch die niedrige Verzinsung wächst die Kluft zwischen den im Rahmen der Betriebsrente gemachten Pensionszusagen und dem dafür angesparten Kapital ständig.

Die Zusagen zur Betriebsrente können nicht mehr gehalten werden.

Erst Anfang September überraschte die Lufthansa mit der Schreckensmeldung ihre 60.000 Beschäftigten. Die Botschaft beinhaltete die Nachricht, dass die Mitarbeiter sich auf eine niedrigere bAV einstellen müssten, da die Rentenabteilung des Konzerns nicht mehr ausreichend Kapital erwirtschaften könne, um die einstigen Zusagen zu halten. Bisher plant kein anderes Unternehmen ähnliche Maßnahmen, viele haben jedoch bereits in aller Stille die Betriebsrente der Lage angepasst.

Prinzipiell geht der Trend der befragten Konzerne hin zu einer Auslagerung der bAV-bedingten Risiken auf die Belegschaft. So garantiert beispielsweise der Elektrokonzern Siemens seinen Mitarbeitern nur noch eine sich an dem Garantiezins der Lebensversicherer orientierende Mindestverzinsung. Die beim Autokonzern Daimler 2012 eingeführte Betriebsrente ist kapitalmarktorientiert aufgebaut und gewährt daher den Ruheständlern keine festen bAV-Bezüge. Andere Betriebe halten bislang an der bestehenden Regelung fest, sie nutzen die Betriebsrenten immer noch zur Anwerbung neuer Mitarbeiter und zur Bindung bestehender Belegschaft.

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