Finanzwissen

Finanzwissen: Leider vernachlässigt von Politik und Medien

Bedauerlicherweise wird das Finanzwissen in Deutschland bereits in der Schule vernachlässigt. Auch die Ausbildungs- oder Universitätsphase hilft nicht wirklich weiter. Tragischerweise ist zudem auch das eigentlich hierfür geeignete Medium Fernsehen nur sehr begrenzt in der Lage, das Defizit im Bereich Finanzwissen nachhaltig zu reduzieren. Versuche, dies mit den vorhandenen Lehrern zu bewerkstelligen, haben relativ wenig Erfolg gehabt. Wichtig wäre es, Experten aus der Wirtschaft in die Schulen zu holen, um so ein Verständnis für die tatsächlichen Abläufe zu schaffen.

Lebenshilfe pur: Finanzwissen vermitteln

Auf dieser Seite wird unter Finanzwissen auch vieles im Zusammenhang mit grundsätzlichen Überlegungen zur Finanzkrise, zur Inflation und zu möglichen anderen übergeordneten Themen behandelt und für Sie zum Stöbern bereitgehalten.

Finanzexperten über das Thema Finanzwissen

Schulkinder
05.11.2015 - Finanzwissen
Konsequenz des Flüchtlingsstroms: 300.000 neue Schulkinder Der Finanzberater Frank Frommholz über die nicht mehr schrumpfenden Schülen.
Flüchtlingsfrage
29.10.2015 - Finanzwissen
Realismus in der Flüchtlingsfrage: Schaffen wir das? Eine engagierte Standortbestimmung von Michael Deising.
Angus Deaton
25.10.2015 - Finanzwissen
Auszeichnung für einen Allrounder: Nobelpreis an Angus Deaton Der Autor des Artikels: Honorarberater Dipl.-Kfm. Karl Alexander Marx, Köln/Bonn.
Mittelschicht
21.10.2015 - Finanzwissen
Die Mitte schrumpft: Stirbt die Mittelschicht aus? Über eine weitgehend unbekannte Erscheinung berichtet Markus Schäpers.
Fremdsein
15.10.2015 - Finanzwissen
Alles wird internationaler: Verschwindet das Fremdsein? Der sehr weltoffene Finanzberater Michael Deising ordnet ein.
Wirtschaftswissenschaft
14.10.2015 - Finanzwissen
Nobelpreise für Fama und Shiller: Wirtschaftswissenschaft mit unterschiedlichen Ansätzen Honorarberater Hildebrand vergleicht die Professoren Fama und Shiller.
Flüchtlinge
07.10.2015 - Finanzwissen
Flüchtlinge im Wartestand: Explosives Nichtstun Ein hochaktuelles Thema, über das Frerk Frommholz berichtet.
zeitgewichtet
01.10.2015 - Finanzwissen
Renditeberechnung: Favorit ist zeitgewichtet Der engagierte Honorarberater Rainer Michaelis klärt auf.
Flüchtlinge
17.09.2015 - Finanzwissen
Beispielhafte Asylpolitik: Schweden profitiert von Flüchtlingen Honorar-Finanzanlagenberater Frerk Frommholz berichtet.
Flüchtlinge
10.09.2015 - Finanzwissen
Bei aller emotionalen Unterstützung: Flüchtlinge kosten viel Geld Ein ernstes Anliegen für den engagierten Finanzberater Holger Scheve.

Finanzwissen im Fokus der Finanznachrichten

Zeitarbeit
19.09.2013 - Finanzwissen
Zeitarbeit und die richtige Einordnung Kurz vor der Wahl wird das Thema Zeitarbeit wieder einmal ins öffentliche Rampenlicht gezogen.
Hartz 4
17.09.2013 - Finanzwissen
Hartz 4: 15% aller Kinder Deutschland geht es derzeit wirtschaftlich nicht schlecht, dennoch lebt ungefähr jedes siebte Kind von Hartz 4.
Schneeballsystem
02.09.2013 - Finanzwissen
Schneeballsystem: Seit 100 Jahren die gleiche Masche Es finden sich immer wieder Investoren, die Gelder in solch ein System anlegen.
Finanzwissen
29.08.2013 - Finanzwissen
Finanzwissen - viel Nachholbedarf Beim Verständnis der Zusammenhänge innerhalb der Weltwirtschaft gibt es große Bildungslücken in ganz Europa.
Egoismus oder Altruismus
11.08.2013 - Finanzwissen
Egoismus oder Altruismus? Genau mit dieser Frage beschäftigt sich eine Studie an der ETH Zürich, deren Ergebnisse kürzlich publiziert wurden.
Datenschutz
28.07.2013 - Finanzwissen
Datenschutz im Internet: Daten unter Kontrolle behalten (2) Der Datenschutz im Internet ist ein immer wichtigeres Thema
Datenschutz
27.07.2013 - Finanzwissen
Datenschutz im Internet: Wie Sie die Kontrolle behalten (1) Wie Sie die Kontrolle über Ihre Daten behalten
Mangelndes Finanzwissen - Altkanzler Schmidt kritisiert
20.06.2013 - Finanzwissen
Mangelndes Finanzwissen - Altkanzler Schmidt kritisiert In einem Interview holte Altkanzler Schmidt zum Rundumschlag aus.
Weltbevölkerung nimmt stärker als angenommen zu
16.06.2013 - Finanzwissen
Weltbevölkerung nimmt stärker als angenommen zu Wachstum findet überwiegend in den Entwicklungsländern statt.
Die Mehrheit der Deutschen will den Euro behalten
11.04.2013 - Finanzwissen
Die Mehrheit der Deutschen will den Euro behalten Bei einer Umfrage 2012 lehnte noch jeder Zweite den Euro ab.

Ein Überblick zu Finanzwissen

Unter Finanzwissen versteht man die Allgemeinbildung im Bereich finanzieller Belange. Die Begriffe bezeichnen bildende Maßnahmen im Bereich der Ökonomie  und des finanziellen Handelns. Als Ziel gilt es, den Bürger zu einem mündigen Verbraucher heranzubilden, der alle Aspekte seiner finanziellen Existenz im Auge hat und in der Lage ist, daraus seine Vorteile zu ziehen.

In den Schulfächern Politik-Wirtschaft oder Gemeinschaftskunde ist die ökonomische Bildung ein zentraler Aspekt. Auch die Verbraucherbildung bietet die Steigerung des eigenen Finanzwissens an. Wer im tagtäglichen Wirtschaftsleben erfolgreich sein will, für den ist die finanzielle Bildung ein Erfolgsfaktor. Leidet der Verbraucher unter Bildungsdefiziten in diesem Bereich, kann es passieren, dass er sich nur unzureichend mit seinen privaten Finanzen beschäftigt. Kommen problematische Entscheidungen im Finanzbereich dazu, sind Renditeschmälerung, Vermögensverlust oder Überschuldung nicht auszuschließen.

Überschuldung kann jedoch häufiger auch durch unbeeinflussbare Schicksalsschläge wie Arbeitslosigkeit oder Scheidung hervorgerufen werden. Ebenso gut kann aber der bewusste Verzicht auf Optimierung in Finanzfragen einer Lebenseinstellung oder einem Lebensstil Ausdruck verleihen. Dennoch, und das ist maßgeblich, besteht sehr wohl ein empirischer Zusammenhang zwischen Überschuldung und mangelndem Finanzwissen.

Finanzwissen der Verbraucher hat es angesichts des deregulierten Finanzmarktes nicht leicht

In der Armutsprävention, der politischen Bildung, sowie im Anleger- und Verbraucherschutz findet die finanzielle Bildung ihren Platz. Sie hat es jedoch wegen einer undurchsichtigen Angebotsvielfalt nicht leicht, die durch politisch gewollte Deregulierung des Versicherungs- und Finanzmarktes hervorgerufen wurde. So tragen auch die immer komplexer werdenden Finanzprodukte nicht dazu bei, dass Verbraucher Zutrauen in derlei Themen erhalten. Gleichzeitig steigt die Bedeutung der finanziellen Absicherung aber an, da die Familie nach und nach ihre soziale Absicherungsfunktion eingebüßt hat.

Dinge wie Hinterbliebenenversorgung, Pflege und Altersvorsorge treten dagegen immer stärker in den Vordergrund. Akute Planungs- und Informationsprobleme im Angesicht erhöhter Risiken auf dem Finanz- und Kapitalmarkt, gepaart mit einem immer unbeständiger werdenden Lebenslauf und einer ansteigenden zeitlichen und örtlichen Flexibilisierung des Arbeitsmarktes machen es nötig, die finanzielle Planung des eigenen Lebens immer häufiger umzustellen oder anzupassen, auch im Angesicht komplizierter werdender familiärer Verhältnisse wie Alleinerziehung. Ein wichtiges Thema ist dabei auch, junge Menschen auf problematische Entwicklungen in der Finanzindustrie hinzuweisen, wie beispielsweise das Schneeballsystem.

Das Bildungsziel der Finanzwissen-Vermittlung ist nicht nur, den richtigen Umgang mit Geld zu vermitteln. Ebenso besteht ein inhaltliches Ziel darin, unterschiedliche Finanzdienstleistungen mit Bedacht in Anspruch zu nehmen und in monetären Fragen eine Handlungskompetenz aufzubauen. Altersvorsorge, der Umgang mit Lebensrisiken und der Vermögensaufbau stehen neben einer richtigen Handhabe von Kredit und Darlehen auf dem Lehrplan. Sie fördert gleichsam auch die Urteilsfähigkeit über die Regeln der Finanzindustrie und deren Produkte.

Nicht jeder wünscht sich finanziell mündige Bürger

Die liberalen Vorstellungen, nach denen Privatpersonen sich eigenverantwortlich mit finanziellen Fragen auseinandersetzen sollten, werden nicht von Jedem geteilt und sogar in Frage gestellt. Eine Finanzmarktregulierung könne dieser abweichenden Ansicht nach eine ebenso effektive Alternative zum mündigen privaten Handeln sein, wie öffentliche Beratungsinstitutionen, die den Bürgern weitestgehend das Denken abnehmen.

Mehr und mehr rückt bei privaten Haushalten die Frage nach einer sinnhaften Einnahmen- Ausgabenkoordinierung in den Vordergrund, um eine Schuldenfalle zu vermeiden. Diese Entwicklung begründet sich auf ein grundsätzlich unverändertes Konsumverhalten, das bei Einkommensrisiken zu einer Präkarisierung der Lebenssituation führen kann. 

In der schulischen Bildung ist das Finanzwissen in den Fächern Politik, Wirtschaft, Gesellschaftskunde oder Gesellschaftslehre ein Thema. Ihr Inhalt ist schwerpunktmäßig die Verbraucherbildung, aber seit einiger Zeit beginnt auch die ökonomische Bildung in den Schulunterricht einzufließen. Dennoch kam die Save Studie der Bertelsmann Stiftung im Jahr 2004 zu dem Ergebnis, dass Unwissen in finanziellen Fragen in Deutschland noch zu weit verbreitet ist.

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