Finanzwissen

Finanzwissen: Leider vernachlässigt von Politik und Medien

Bedauerlicherweise wird das Finanzwissen in Deutschland bereits in der Schule vernachlässigt. Auch die Ausbildungs- oder Universitätsphase hilft nicht wirklich weiter. Tragischerweise ist zudem auch das eigentlich hierfür geeignete Medium Fernsehen nur sehr begrenzt in der Lage, das Defizit im Bereich Finanzwissen nachhaltig zu reduzieren. Versuche, dies mit den vorhandenen Lehrern zu bewerkstelligen, haben relativ wenig Erfolg gehabt. Wichtig wäre es, Experten aus der Wirtschaft in die Schulen zu holen, um so ein Verständnis für die tatsächlichen Abläufe zu schaffen.

Lebenshilfe pur: Finanzwissen vermitteln

Auf dieser Seite wird unter Finanzwissen auch vieles im Zusammenhang mit grundsätzlichen Überlegungen zur Finanzkrise, zur Inflation und zu möglichen anderen übergeordneten Themen behandelt und für Sie zum Stöbern bereitgehalten.

Finanzexperten über das Thema Finanzwissen

Funkchips
08.10.2016 - Finanzwissen
Funkchips für schnelles Bezahlen Deutschland hinkt hinterher, meint Honorar-Finanzanlagenberater Frerk Frommholz.
Hanjin Insolvenz
06.10.2016 - Finanzwissen
Hanjin Insolvenz werden wir spüren Die Fracht kann nämlich nicht gelöscht werden, erklärt der unabhängige Finanzberater Bernd Minet
Fernbusse
01.10.2016 - Finanzwissen
Fernbusse als Erfolgsmodell Flixbus, der kleine Monopolist macht es vor, meint Vermögensverwalter Wolfgang Schönecker.
Leistungsprinzip
29.09.2016 - Finanzwissen
Leistungsprinzip bei Lehrern fehlt OECD-Report bemängelt auch hohes Alter, führt der unabhängige Finanzberater Frank Frommholz ins Feld.
Flüchtlingsunterkünfte
17.09.2016 - Finanzwissen
Markt für Flüchtlingsunterkünfte schrumpft So schnell ändern sich die Verhältnisse, bemerkt Finanzberater Frerk Frommholz.
Blockchain
20.08.2016 - Finanzwissen
Blockchain in der Finanzbranche Eine völlig neuartige Technologie erobert die Welt, stellt der unabhängige Finanzberater Roland Klotzsche fest.
Benzinpreise
13.08.2016 - Finanzwissen
Benzinpreise: Alle Regeln außer Kraft gesetzt Langsam kehrt Transparenz ein, meint der unabhängige Finanzberater Lothar Koch.
Logistik
02.06.2016 - Finanzwissen
Logistik in osteuropäischer Hand Vor allem beim Personal können osteuropäische Anbieter günstiger arbeiten, so Claudia Bischof.
digitale Revolution
28.05.2016 - Finanzwissen
Die digitale Revolution Kunden sind heute wesentlich besser informiert als in der Vergangenheit, so Finanzberater Bernd Minet.
Phil Knight
26.05.2016 - Finanzwissen
Phil Knight, der Nike Gründer Der Honorar-Finanzanlagenberater Jürgen Gramer berichtet über einen faszinierenden Menschen.

Finanzwissen im Fokus der Finanznachrichten

Stiftung Warentest
18.01.2014 - Finanzwissen
Stiftung Warentest in der Kritik In der fünfzigjährigen Geschichte haben diese sich den Ruf erarbeitet, hundertprozentig korrekt vorzugehen.
Mahnbescheid
10.12.2013 - Finanzwissen
Mahnbescheid, wie geht das? Das Antragsformular ist entweder aus dem Internet oder im örtlichen Schreibwarenfachhandel zu bekommen.
Mindestlohn
08.12.2013 - Finanzwissen
Mindestlohn: Wie soll die Einhaltung überwacht werden? Zuständig ist die Finanzkontrolle "Schwarzarbeit" beim Zoll.
Finanzfrage
08.12.2013 - Finanzwissen
Wo bekommt man Antworten auf Finanzfragen? Anleger und Sparer wollen ebenso informiert sein wie Berufstätige.
Insolvenzverwalter
06.12.2013 - Finanzwissen
Die Rolle der Insolvenzverwalter Middelhoff verklagt die Insolvenzverwalter wegen Imageschäden und enormer geschäftlicher Verluste.
Lohngrenze
14.11.2013 - Finanzwissen
Lohngrenze in der Schweiz? In der Schweiz werden die Bürger in zwei Wochen über eine einmalige Lohngrenze abstimmen.
Verbraucherzentrale
07.11.2013 - Finanzwissen
Verbraucherzentrale: Kampf gegen Drosselung Flatrates sind die favorisierte Option bei der Wahl des Anbieters.
Futures
26.10.2013 - Finanzwissen
Futures, was sind das eigentlich? Sie können sowohl zu Absicherungs- als auch zu Spekulationszwecken eingesetzt werden.
Subventionen
18.10.2013 - Finanzwissen
Subventionen: was sind das? Subventionen gehören zu den ebenso verbreiteten wie umstrittenen Formen der Wirtschaftsförderung.
Mindestlohn
06.10.2013 - Finanzwissen
Mindestlohn: Sinnvoll oder Spinnerei Für viele Arbeitnehmer würde der Mindestlohn Einkommenssteigerungen von bis zu 35 Prozent bedeuten.

Ein Überblick zu Finanzwissen

Unter Finanzwissen versteht man die Allgemeinbildung im Bereich finanzieller Belange. Die Begriffe bezeichnen bildende Maßnahmen im Bereich der Ökonomie  und des finanziellen Handelns. Als Ziel gilt es, den Bürger zu einem mündigen Verbraucher heranzubilden, der alle Aspekte seiner finanziellen Existenz im Auge hat und in der Lage ist, daraus seine Vorteile zu ziehen.

In den Schulfächern Politik-Wirtschaft oder Gemeinschaftskunde ist die ökonomische Bildung ein zentraler Aspekt. Auch die Verbraucherbildung bietet die Steigerung des eigenen Finanzwissens an. Wer im tagtäglichen Wirtschaftsleben erfolgreich sein will, für den ist die finanzielle Bildung ein Erfolgsfaktor. Leidet der Verbraucher unter Bildungsdefiziten in diesem Bereich, kann es passieren, dass er sich nur unzureichend mit seinen privaten Finanzen beschäftigt. Kommen problematische Entscheidungen im Finanzbereich dazu, sind Renditeschmälerung, Vermögensverlust oder Überschuldung nicht auszuschließen.

Überschuldung kann jedoch häufiger auch durch unbeeinflussbare Schicksalsschläge wie Arbeitslosigkeit oder Scheidung hervorgerufen werden. Ebenso gut kann aber der bewusste Verzicht auf Optimierung in Finanzfragen einer Lebenseinstellung oder einem Lebensstil Ausdruck verleihen. Dennoch, und das ist maßgeblich, besteht sehr wohl ein empirischer Zusammenhang zwischen Überschuldung und mangelndem Finanzwissen.

Finanzwissen der Verbraucher hat es angesichts des deregulierten Finanzmarktes nicht leicht

In der Armutsprävention, der politischen Bildung, sowie im Anleger- und Verbraucherschutz findet die finanzielle Bildung ihren Platz. Sie hat es jedoch wegen einer undurchsichtigen Angebotsvielfalt nicht leicht, die durch politisch gewollte Deregulierung des Versicherungs- und Finanzmarktes hervorgerufen wurde. So tragen auch die immer komplexer werdenden Finanzprodukte nicht dazu bei, dass Verbraucher Zutrauen in derlei Themen erhalten. Gleichzeitig steigt die Bedeutung der finanziellen Absicherung aber an, da die Familie nach und nach ihre soziale Absicherungsfunktion eingebüßt hat.

Dinge wie Hinterbliebenenversorgung, Pflege und Altersvorsorge treten dagegen immer stärker in den Vordergrund. Akute Planungs- und Informationsprobleme im Angesicht erhöhter Risiken auf dem Finanz- und Kapitalmarkt, gepaart mit einem immer unbeständiger werdenden Lebenslauf und einer ansteigenden zeitlichen und örtlichen Flexibilisierung des Arbeitsmarktes machen es nötig, die finanzielle Planung des eigenen Lebens immer häufiger umzustellen oder anzupassen, auch im Angesicht komplizierter werdender familiärer Verhältnisse wie Alleinerziehung. Ein wichtiges Thema ist dabei auch, junge Menschen auf problematische Entwicklungen in der Finanzindustrie hinzuweisen, wie beispielsweise das Schneeballsystem.

Das Bildungsziel der Finanzwissen-Vermittlung ist nicht nur, den richtigen Umgang mit Geld zu vermitteln. Ebenso besteht ein inhaltliches Ziel darin, unterschiedliche Finanzdienstleistungen mit Bedacht in Anspruch zu nehmen und in monetären Fragen eine Handlungskompetenz aufzubauen. Altersvorsorge, der Umgang mit Lebensrisiken und der Vermögensaufbau stehen neben einer richtigen Handhabe von Kredit und Darlehen auf dem Lehrplan. Sie fördert gleichsam auch die Urteilsfähigkeit über die Regeln der Finanzindustrie und deren Produkte.

Nicht jeder wünscht sich finanziell mündige Bürger

Die liberalen Vorstellungen, nach denen Privatpersonen sich eigenverantwortlich mit finanziellen Fragen auseinandersetzen sollten, werden nicht von Jedem geteilt und sogar in Frage gestellt. Eine Finanzmarktregulierung könne dieser abweichenden Ansicht nach eine ebenso effektive Alternative zum mündigen privaten Handeln sein, wie öffentliche Beratungsinstitutionen, die den Bürgern weitestgehend das Denken abnehmen.

Mehr und mehr rückt bei privaten Haushalten die Frage nach einer sinnhaften Einnahmen- Ausgabenkoordinierung in den Vordergrund, um eine Schuldenfalle zu vermeiden. Diese Entwicklung begründet sich auf ein grundsätzlich unverändertes Konsumverhalten, das bei Einkommensrisiken zu einer Präkarisierung der Lebenssituation führen kann. 

In der schulischen Bildung ist das Finanzwissen in den Fächern Politik, Wirtschaft, Gesellschaftskunde oder Gesellschaftslehre ein Thema. Ihr Inhalt ist schwerpunktmäßig die Verbraucherbildung, aber seit einiger Zeit beginnt auch die ökonomische Bildung in den Schulunterricht einzufließen. Dennoch kam die Save Studie der Bertelsmann Stiftung im Jahr 2004 zu dem Ergebnis, dass Unwissen in finanziellen Fragen in Deutschland noch zu weit verbreitet ist.

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