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China im Vor-Crash-Modus

Kurz vor Jahresende sorgt China noch einmal für internationale Schlagzeilen. Im Reich der Mitte geht die Angst vor Geldmangel um und schickt die Aktienmärkte auf Talfahrt. Als Hintergrund sehen Experten den Kampf gegen Spekulanten, doch bei den Chinesen bahnen sich langfristig auch weitere Probleme an.


China

In China geht die Angst vor einer Finanzkrise um.

Der Markt, an dem sich chinesische Banken die nötige Liquidität besorgen, reagierte in den letzten Tagen zumindest bei kurzfristigen Krediten mit rapide steigenden Zinsen. Diese erreichten zum Wochenausklang Spitzenwerte von über acht Prozent. Neu ist dieses Phänomen jedoch nicht, bereits zur Jahresmitte erlebte die chinesische Finanzwelt ein ähnliches Szenario. Die Zentralbank der Volksrepublik China versucht die Wogen zu glätten und versorgt ausgewählte Bankinstitute mit kurzfristigen Krediten in Höhe von umgerechnet 24 Milliarden Euro.

Doch hat sich die Zentralbank auch dem Kampf gegen Spekulationsgeschäfte der Anleger verschrieben und kündigt daher höhere Kosten für die kurzfristigen Hilfen an. Denn in China exsistiert neben dem regulären Bankensektor ein umfangreiches Kreditsystem, genau diesen Schattenbanken haben die Zentralbanker der Volksrepublik den Kampf angesagt. Durch den kräftigen Zinsanstieg der letzten Tage wird der Balanceakt des Instituts deutlich, die Zentralbanker wollen schließlich durch ihre gezielten Aktionen nicht den kompletten Finanzmarkt des Riesenreichs in Gefahr bringen. Es wird sich in den nächsten Wochen zeigen, ob der bereitgestellte Milliardenbetrag zur Beruhigung der Märkte ausreicht oder ob der Geldbedarf der Institute größer ist, als bisher angenommen.

Der Liquiditätsengpass schickte die Aktien auf Talfahrt.

In China hat der Leitindex die Bezeichnung CSI 300, dieser erlebte mit minus 5.4 Prozent den größten Wochenverlust seit Jahresanfang.  Dem Aktienindex Schanghai erging es noch etwas schlechter, er zeigte mit negativen 5,1 Prozent sogar den größten Verlust seit 2011. Erst im Juni dieses Jahres ließen die Sorgen wegen finanzieller Engpässe die Kreditzinsen auf deutlich über zehn Prozent steigen. Insider erwarten jetzt ähnliche Entwicklungen, wenn die Intervention der Zentralbank keine Erfolge zeigt.

Die Sorgen in China fallen genau in die Zeit, in der die US-Notenbank sich von ihrer extrem lockeren Geldpolitik verabschiedet. Die Politik der FED sorgte gerade in den Schwellenländern für Wachstum. Ein Ende des lockeren Geldes in Amerika könnte auch die konjunkturelle Entwicklung in China negativ beeinflussen.

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