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EZB: Die ABS sind wieder da

Verwirrte Verbraucher und Anleger haben keine Erklärung für die jüngste Leitzinssenkung der EZB. Was soll die erneute Senkung bewirken und was hat es mit den Asset Backed Securities (ABS) auf sich, die Mario Draghi fortan aufkaufen will?


ABS

Ein EZB-Chef in Erklärungsnot

Der letzte Donnerstag war ein Tag mit weitreichenden Entscheidungen. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte für viele Börsenakteure vollkommen überraschend erneut den Leitzins auf nunmehr 0,05 Prozent.

Darüber hinaus verkündete der Notenbankpräsident den Aufkauf ­sogenannter ABS, die als gesicherte Wertpapiere zu verstehen sind. Nach der Ankündigung folgte die traditionelle Erklärung Draghis, bei der dem Notenbankchef zeitweise die passenden Worte fehlten.

Warum musste die EZB den bereits niedrigen Leitzins noch tiefer absenken?

Bei dieser Frage bekam Draghi während seiner Erklärungsversuche Schweißausbrüche. Ihm fielen seine Äußerungen anlässlich der letzten Senkung im Juni 2014 ein. Damals war der Leitzins noch bei 0,15 Prozent und Draghi bezeichnete diesen Wert als das untere Ende.

Dementsprechend dürftig war seine Verteidigung: Die Notenbank habe sich zu einer weiteren Absenkung durchgerungen, um Signale zu setzen. Bei einem Wert von 0,05 sei jedem klar, dass es nicht weiter nach unten gehen kann. Schon aus mathematischen Gesichtspunkten nicht ganz korrekt!

Die EZB will ab Oktober ABS aufkaufen - warum?

ABS sind Wertpapiere mit Besicherung, die Einzelkredite zu einem Paket schnüren. Die Absicherung geht wie folgt vor sich. Vergibt beispielsweise eine Bank einen Immobilienkredit, dient als Sicherheit das entsprechende Grundstück. ABS sind Papiere mit variablem Risiko und besitzen deswegen seit der letzten Finanzkrise einen umstrittenen Ruf als Mitauslöser. 

Während in den Vereinigten Staaten in der letzten Krise mehr als 18 Prozent der ABS-Verträge ausfielen, lag der Wert bei europäischen Papieren lediglich bei 1,5 Prozent. Die EZB werde nur sichere Papiere kaufen und die genaue Vorgehensweise im Oktober bekannt geben.

Über die ABS-Konstruktionen will die EZB die von den Banken vergebenen Kredite an Verbraucher und Wirtschaft aufkaufen. Die Institute erhalten durch die Intervention der Zentralbank direkt neues Geld zur weiteren Kreditvergabe. Banken sollen zukünftig wesentlich mehr Kredite vergeben als bisher - das ist der Hintergedanke der Notenbanker. 

 

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