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Frankreich: Der neue Wirtschaftsminister Macron

Seit Kurzem hat Frankreich in ­Emanuell ­ Macron einen neuen Wirtschaftsminister. Er war nur wenige Stunden im Amt, als er mit seiner Überlegung zur Beendigung der 35-Stunden-Woche für Aufregung im linken Regierungsflügel sorgte.


Frankreich

Frankreich soll ein unternehmerfreundliches Land werden

Nicht zuletzt deswegen hat Macron den Platz des bei Weitem zu arbeitnehmerfixierten Wirtschaftsministers Montebourg eingenommen. Die Aufweichung der 35-Stunden-Woche soll seiner Idee entsprechend für komplette Branchen und alle Unternehmen möglich werden, bisher konnten nur Firmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten davon Gebrauch machen. Diese Äußerung führte wenige Stunden nach seiner Berufung zum ersten Eklat, Linke und Gewerkschaften forderten erzürnt den Rücktritt von Macron. Krise in Frankreich.

Die 35-Stunden-Woche darf in Frankreich niemand infrage stellen

Die Gesetzesinitiative geht noch auf die Ära Mitterrand zurück, genauer gesagt ist die 35-Stunden-Woche die herausragendste Errungenschaft der Sozialistischen Partei (PS) aus dieser Zeit. Sie ist ebenso Tabu wie Eckpfeiler in Frankreich, jeder Versuch an der Arbeitszeit Veränderungen vorzunehmen, war bislang vergeblich. Macron provozierte sowohl Arbeitnehmervertreter als auch linke Parteigenossen mit seinen Äußerungen, bereits seine Berufung wurde mit Skepsis verfolgt.

Wirtschaftsminister Macron - eine personelle Überraschung

Frankreich hatte noch nie einen derart jungen Minister, Macron ist gerade einmal 36 Jahre alt. Er absolvierte eine renommierte Eliteakademie, bevor er vorübergehend in den französischen Staatsdienst trat. Richtig erfolgreich war er als Gesellschafter und Geschäftsführer der Rothschildbank, aus dieser Position engagierte er sich für den Wahlkampf von Präsident ­Hollande. Nach dessen Einzug in den Élysée-Palast wurde der Kritiker der Linken in Frankreich zum Wirtschaftsberater ernannt. Schon damals bestärkte er Hollande bei einem 40 Milliarden Euro schweren Hilfsprogramm für Not leidende Unternehmen.

Frankreich ändert die politische Richtung

Für Hollande war Europa und die Finanzwelt bisher ein unumstößliches Feindbild, doch die Ernennung von Macron zeigt eine interessante Kehrtwende auf. Die Unternehmen begrüßen diesen Rechtsschwenk und sehen Sinn in der Verabschiedung von der 35-Stunden-Woche. Jetzt müssen nur noch die Verbraucher in Frankreich davon überzeugt werden, dass sie bald wieder mehr arbeiten sollen.

 

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