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Infinus: Ergo und Gothaer durchsucht

Die Ermittlungen im Fall Infinus ziehen sich bereits über Monate hin, ohne dass gravierende Fortschritte bekannt würden. Wahrscheinlich 25.000 Anleger wurden mit einem Schneeballsystem um bis zu einer Milliarde Euro betrogen. Jetzt sichern die Behörden bei zwei bekannten Versicherern Beweise.


Infinus

Infinus - einer der größten Skandale der deutschen Nachkriegsgeschichte

Die ungewöhnlichen Geschäftspraktiken des Finanzdienstleisters waren der Finanzaufsicht BaFin bereits seit 2010 bekannt, doch gab es damals noch keine Regulierungen, die zu einem Einschreiten verpflichtet hätten. Der Dresdener Staatsanwalt ermittelte jedoch lange Zeit im Hintergrund und wurde erst vor wenigen Monaten für die Öffentlichkeit aktiv.

Im November durchsuchten 400 Beamte in einer koordinierten Aktion gleichzeitig die Geschäftsräume von Infinus an mehreren Standorten.

Die Affäre gewinnt an Dimensionen

Zu diesem Zeitpunkt war der Umfang der kriminellen Handlungen bei Infinus nur ansatzweise bekannt, der Staatsanwalt hatte noch Unregelmäßigkeiten bei Orderschuldverschreibungen im Visier. Der Vorwurf eines Schneeballsystems kam erst Monate später. Infinus ist Bestandteil eines kompliziert verflochtenen Gefüges vieler Einzelunternehmen, die Ermittlungen werden für die Behörden dadurch enorm erschwert.

Hausdurchsuchungen bei Gothaer und Ergo

Vor einigen Tagen ­durchsuchten mehrere Beamte die Zentralen der Versicherer Ergo und Gothaer, sie vermuteten dort Beweise im Fall Infinus. Konkret ging es ihnen um millionenschwere Policen, die von Einzelunternehmen des Verbundes zugunsten einiger Mitarbeiter abgeschlossen wurden. Die Tochterunternehmen traten dabei als Vermittler auf und kassierten hohe Provisionen von Anbietern wie Ergo und Gothaer. 

Die beiden Versicherer sehen sich als Zeugen und sagten umfassende Kooperation bei den Ermittlungen gegen Infinus zu. Seitens der Behörden wurden keine weiteren Details bekannt, weil die Untersuchungen noch fortdauern. 

Weiterhin viele offene Fragen

Die Staatsanwaltschaft Dresden macht keine Angaben zum Schaden der Anleger, es könnten bis zu 25.000 Personen unmittelbar betroffen sein. Auch die Schadenssumme steht weiterhin offen, Insider befürchten jedoch, dass die angenommene Obergrenze von einer Milliarde Euro überschritten wird. Für alle Beteiligten stellt sich die Frage, wie die Affäre Infinus hätte verhindert werden können.

 

 

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