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Rohstoffe: Gas, ein Riesenmarkt

Flüssigerdgas, das sogenannte LNG, ist einer der wichtigsten Rohstoffe - und ein Hauptexportartikel Russlands. Bislang war der Staatskonzern Gasprom per Gesetz der einzige, der Flüssiggas exportieren durfte. Nun kommen auch die Rivalen zum Zug. Die Änderungen sollen schon in den nächsten Wochen der Regierung zur Prüfung vorgelegt werden, verlautbarte der russische Energieminister in einem Zeitungsinterview.


Rohstoffe

Konkurrenten im Bereich Rohstoffe der Gazprom: Novatek und Rosneft

Sollte das Monopol der Gazprom tatsächlich fallen, würde das vor allem zwei russischen Großkonzernen helfen: dem Riesen Novatek und dem russischen Öl-Konzern Rosneft, der ebenfalls LNG exportieren will. Beide betreiben riesige LNG Projekte - im Falle von Novatek ist das das Gasprojekt JAMAL, das insgesamt rund 20 Milliarden Dollar schwer ist und gemeinsam mit der CNPC und Total betrieben wird. Dazu soll noch ein Projekt zur Förderung der Rohstoffe in der Arktis kommen, das in 3 Jahren starten soll und schon nach kurzer Zeit - die Planungen sehen hier zwei Jahre vor - 16,5 Millionen Tonnen Erdgas als einen der wichtigsten russischen Rohstoffe nach Europa exportieren soll.

Voraussetzung für dieses ehrgeizige Projekt und die dazu nötige Kredit Aufstockung ist aber für die Banken, dass der Export nicht über Gazprom abgewickelt wird. Ähnlich ist es auch bei Rosneft - für das mit Exxon Mobil geplante, ebenfalls rund 15 Milliarden Dollar schwere Flüssiggas-Projekt von Rosneft gibt es auch dann nur eine Chance, wenn Gazprom nicht mehr das Monopol auf die LNG-Exporte hält. 

Zustimmung der Regierung ist wahrscheinlich, da Rohstoffe Exportschlager sind

Auch Präsident Putin hat bereits im Vormonat schon angekündigt, das erst 2006 gesetzlich gewordene Exportmonopol von Gazprom wieder schrittweise zu reduzieren. Für Energieminister Nowak entsteht hier auch keine Konkurrenzgefahr zur Gasprom, da Europa als Rohstoffe sowieso vorwiegend LNG kaufe, die Nische sei also groß genug für Gazprom und unabhängige Produzenten. Für das Pipeline-Gas wäre eine verstärkte Produktion dieser Rohstoffe keine Gefahr. Das bedeutet ein Umschwenken in der Politik - bisher war Russlands Regierung fest entschlossen, das Exportmonopol für Gazprom aufrecht zu erhalten, oder wenigstens alternative Produzenten daran zu hindern, die erzeugten Rohstoffe direkt auf dem europäischen Markt zu verkaufen, der immerhin mehr als ein Viertel seinen gesamten Gasbedarfs in Russland deckt. Darüber, was zu diesem Umschwenken geführt haben könnte, gibt es derzeit nur Spekulationen.

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