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Währungsfonds: Finger weg

Währungsfonds sind seit 2001 an den Finanzmärkten präsent, die Option ergab sich durch die Einführung der UCITS-3-Richtlinie. Fondsgesellschaften freuten sich über die neue Möglichkeit und emittierten zu oft gehörten Begriffen wie beispielsweise Marktneutralität, Liquidität sowie Risikodiversifikation ständig neuer Devisenfonds.


Währungsfonds

Die kurze Geschichte der Währungsfonds

In Deutschland begann die Einführung der Fonds, mit denen man Währungsgewinne erzielen konnte, nur langsam. In den ersten Jahren gab es lediglich drei Emittenten:

  1. Die DWS, das Produkt nannte sich Forex Strategy und kam 2003 auf den Markt.
  2. Die Cominvest mit ihrem Adig Währungsfonds folgte 2004.
  3. Die Activest kam ebenfalls 2004 mit dem Produkt DevisenFonds auf den Markt.

Die Anlagebegründung erschien für die Investoren plausibel und attraktiv, sie hatten die äußerst hohe Liquidität der Währungsmärkte im Fokus. In der Tat verspricht die richtige Einschätzung bestimmter Währungspaare optimale Gewinne, diese lassen sich vollkommen unabhängig von der Stimmung bei den Aktien oder von Konjunkturschwankungen erzielen. Währungsfonds bildeten einen sinnvollen Beitrag zur Verbesserung des Rendite-Risiko-Verhältnisses, die intensive Bewerbung der Produkte verhalf ihnen zu außerordentlicher Popularität.

In der Regel investieren Devisenfonds in ein Portfolio sicherer Finanzmarkttitel, beispielsweise kurz laufende Euro-Anleihen. Das Niedrigzinsniveau der letzten Jahre lässt bei den Fonds mittlerweile eine gewisse Grundamortisation vermissen:

  • 2005 erwirtschafteten Währungsfonds noch durchschnittlich 3,8 Prozent Rendite.
  • 2006 gingen die Gewinne auf 2,44 Prozent zurück.
  • 2007 blieben davon noch ganze 0,81 Prozent übrig.
  • 2008 waren es nur noch 0,22 Prozent.

Die Mehrzahl der Ergebnisse wurde von enormen Schwankungsbreiten geprägt, die Fondswahl konnte entweder von größeren Gewinnen oder horrenden Verlusten begleitet werden. Die Ergebnisse lassen keine Konstanz erkennen, ein Phänomen, für das wahrscheinlich die hohe Liquidität der Devisenmärkte verantwortlich ist. Positive Einzelwerte sind eher als Glück und keinesfalls als Erfolg von Anlagestrategien zu werten. Wer sich mit Devisenhandel beschäftigt weiß, dass alle bekannten Investmenthäuser mehr falsch als richtig mit ihren Währungsprognosen liegen.

Experten raten von Währungsfonds ab

In ihren Augen sind Devisenfonds mit unkalkulierbarem Risiko verbunden. Darüber hinaus kann in der Finanzmarkt-Branche niemand den Beweis erbringen, dass Währungsfonds im Vergleich zu Geldmarktanlagen ohne Risiko signifikanten Mehrwert erwirtschaften können. Zumindest dann nicht, wenn der Beweis mit echter Nachhaltigkeit und über längere Zeit geführt werden muss.

Fazit: Mit Währungsfonds können sich Anleger die Finger verbrennen.

 

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