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Schwellenländer können liefern

Kaum hat der russische Präsident Putin einen Einfuhrstopp für westliche Lebensmittel als Reaktion auf die gegen Russland verhängten Wirtschaftssanktionen verkündet, bieten sich schon andere an, um entstehende Lücken zu füllen. Vor allem Schwellenländer erhoffen sich zusätzliche Absatzchancen.


Schwellenländer

Russland auf Importe angewiesen 

Russland ist bei der Lebensmittelversorgung seiner Bevölkerung auf Importe angewiesen. Bisher kam ein großer Teil davon aus der EU, vor allem aus den an Russland angrenzenden Staaten, aber auch aus anderen Regionen. So lieferten zum Beispiel Deutschland, Dänemark und Polen Fleisch nach Russland, Obst und Gemüse wurde aus dem südeuropäischen Raum eingeführt. Geflügel wurde bevorzugt aus den USA importiert. 

Schwellenländer wollen einspringen 

Der Importstopp eröffnet jetzt für andere Länder neue Exportchancen. Die Schwellenländer Brasilien und Argentinien machen sich bereits große Hoffnungen auf zusätzliche Fleischlieferungen. Die an Russland angrenzende Türkei setzt auf Obst und Nüsse. Auch die ehemaligen Sowjetrepubliken Armenien und Georgien wollen vom russischen Bedarf profitieren. Experten gehen davon aus, dass bei der Verhängung des Importstopps bewusst damit kalkuliert wurde, dass andere in die entstehende Bresche springen. Insofern hatte man die mögliche Reaktion der Schwellenländer von vorneherein mit in die Überlegungen einbezogen.  

Neue Absatzmärkte für westliche Erzeugnisse  

Die vom Einfuhrverbot betroffenen westlichen Erzeuger stehen jetzt vor der Herausforderung, kurzfristig neue Absatzmärkte für ihre Produkte finden zu müssen. Im Fokus stehen dabei vor allem Länder in Fernost wie China, Taiwan, Korea und Japan, aber auch amerikanische Staaten wie Mexiko oder Kanada. Einfach ist das 'Umswitchen' aber nicht, denn auf diesen Märkten sind bereits Wettbewerber erfolgreich präsent. 

Umwege über Schwellenländer möglich 

Auch ein weiterer Effekt könnte eine Folge des Importstopps sein: die Umleitung von Handelsströmen über Drittländer. Westliche Staaten würden dann verstärkt Lebensmittel an Schwellenländer und andere Staaten exportieren, die wiederum ihre Nahrungsmittelausfuhren nach Russland steigern. So könnten westliche Erzeugnisse auf Umwegen letztlich doch den Weg auf den russischen Markt finden.

 

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